Wintersemester 2011/12 – Blick zurück nach vorn

Nachdem Torsten Meyer neulich auf seinem Blog einen so anregenden Rückblick auf das vergangene Wintersemester veröffentlicht hat und ich in meiner Euphorie getwittert hatte, dass ich so etwas auch mal tun wolle, nehme ich mir jetzt doch noch die Zeit für einen Rückblick.

Vor Semesteranfang wehte ein kräftiger BuKo12-Wind durch das Institut, wo ein Teil der Tagung „Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule“ als Part06 des Bundeskongresses stattfand. Die Tagung begann in der Dreikönigskirche mit einem Vortrag von Gila Kolb, setzte sich dann im Kunsthaus Dresden in der Ausstellung „Is that true? possibilities of (non)knowledge“ fort und klang am Abend bei Essen und Trinken im Innenhof des Kunsthauses aus. Am zweiten Tag führten ehemalige Stipendiaten des kiss-Projektes „Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule“ Workshops in den Räumen des Instituts für Kunst- und Musikwissenschaft in der August-Bebel-Straße durch. Einen ausführlichen Bericht über die Tagung gibt es hier.

Foto: Gila Kolb

Der Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012 beeinflusste auch meine Lehre, indem das ArtEduCamp Köln, Part07 von BuKo12, bestimmender Inhalt des Master-Seminars „Netz Kunst Unterricht“ wurde. So ging es um Fragen der Partizipation im Zusammenhang mit digitalen Medien, um Inhalte von Kunstunterricht in Verbindung mit aktueller Medienkultur sowie um Fragen der Vernetzung im Kontext von Bildung. Die Teilnehmenden arbeiteten mit ihren eigenen Fokussierungen auf die Exkursion zum ArtEduCamp hin, bezogen die Erkenntnisse und Erfahrungen des Camps in ihre Untersuchungen ein und präsentierten abschließend konzentriert ihre Denkprozesse, Konzepte und Visionen in unterschiedlichen medialen Formen.


Im Seminar „Kunst Sprache Vermittlung“ kooperierte ich mit Dr. Blei-Hoch aus der Germanistik, was zu einer in der Struktur hochkomplexen und inhaltlich reichhaltigen Veranstaltung führte. Im Zentrum stand das Verhältnis von Kunst und Sprache, exemplarisch untersucht anhand von künstlerischen Arbeiten im Albertinum. Die Studierenden entwickelten Unterrichtssituationen für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen der IBB Ganztagsschule, mit der wir dankenswerterweise kooperieren konnten. Die Unterrichtskonzepte wurden im Albertinum vor den Originalen erprobt, was für alle Beteiligten eine nachhaltige und im Ganzen positive Erfahrung war, auch wenn plötzlich ganz andere Probleme auftauchten als die vielleicht aus Erprobungen in Seminaren schon bekannten.

Wintersemester bedeutet Einführungsseminar, „Einführung in die Kunstpädagogik“. 35 Erstsemestler waren es diesmal und diese hohe Zahl brachte die Arbeit im Keller des Blauen Hauses an ihre Grenzen. Dies liegt vor allem daran, dass die Studierenden in diesem Seminar sehr aktiv sind, sie arbeiten praktisch, gestalten Vermittlungssituationen, erproben unterschiedliche Methoden und Formate, einzeln, in Gruppen, sich bewegend, miteinander redend. Ohne meine beiden Tutoren Julia Wahle und Robert Hausmann wäre es nicht möglich gewesen, dieses Seminar so interaktiv zu gestalten. Das war jetzt das dritte – und leider auch letzte – Mal in diesem Team. Für mich ein Moment der Wehmut, aber auch die Möglichkeit, Bilanz zu ziehen. Daher stellen Robert Hausmann, Julia Wahle und ich momentan eine Ausstellung für den Institutsflur in der August-Bebel-Straße 20 zusammen, in der wir Bilder und Texte aus den drei vergangenen Einführungsseminaren zeigen. Ab April zu sehen!


Neben den Seminaren prägten auch die FLURGESPRÄCHE das Semester. Inzwischen fast zur Institution geworden, mit einer inzwischen 9köpfigen Hochschulgruppe als Leitungsteam und dem Studienreferendar Matthias Laabs und mir im Beirat, wurden wieder drei Veranstaltungen geplant und auch durchgeführt. Immer wieder muss betont werden, dass es sich hier um eine freiwillig arbeitende Hochschulgruppe handelt – keine/r bekommt für die FLURGESPRÄCHE Geld oder womöglich SHK-Stunden, alle Beteiligten haben Spass daran und ein Interesse, Fragen zur Kunstpädagogik auch außerhalb von Seminaren und Vorlesungen zu diskutieren. Im Wintersemester waren das zum Beispiel Fragen nach Modellen und Denkweisen, mit denen Probleme visualisiert und gelöst werden können. Zu Gast war Jun.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig vom Center for Knowledge Architecture der TU Dresden. “Zwischen Frühstück und Gänsebraten” war der Abend kurz vor Weihnachten betitelt, mit Live-Musik, Glühwein, Karaoke-Spezial und Show-Einlagen. Und im Januar fragte wir in einer Lesung an der sich jede/r beteiligen konnte:  „Darf Bildung Spaß machen?“
Im Mai soll es weitergehen – wo genau wird sich zeigen, denn der Hörsaaltrakt wird saniert und so wird wohl auch der Flur zur Baustelle – was wiederum hervorragend zum Konzept der FLURGESPRÄCHE passt.

Was gab es noch? Gremienarbeit, Exzellenzbegehung, die „Reform der Reform“, die die geplante Wiedereinführung des Staatsexamens in Sachsen mit sich bringt, anregende Ausstellungen von Studierenden und Honorarkräften an verschiedenen Orten in der Stadt, Abschlussprüfungen im Staatsexamen und Bachelor und damit verbunden einfallsreich konzipierte Ausstellungen – es gäbe noch vieles aufzuzählen. Nicht zuletzt die Forschung – Projekte sind beantragt und können hoffentlich in Zukunft realisiert werden – noch gilt es Daumen drücken!