Vortrag&Diskussion: Der Europäische Referenzrahmen für Visual Literacy

Dr. Ernst Wagner

Kunst und Design unterrichten: Der Europäische Referenzrahmen für Visual Literacy

Der 2016 veröffentlichte ‚Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Visual Literacy‘ ist die erste transnationale Beschreibung des kunstpädagogischen Feldes. Er ist kompetenzorientiert und handlungsorientiert, wobei keine spezifische fachdidaktische Position proklamiert wird.

Dr. Ernst Wagner leitete das europäische Konsortium, das – durch die EU finanziert – diesen Rahmen erarbeitet hat. Er gibt im Vortrag einen kurzen Einblick in die Grundlagen und präsentiert im Anschluss Beispiele, wie der Referenzrahmen im Unterricht zur Entwicklung von Aufgaben, Unterrichtskonzepten sowie zur Bewertung von Schülerleistungen eingesetzt werden kann.

Vortrag und Diskussion sind öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


KpK. Kunstpädagogisches Kolloquium

KpK.10 am Montag, 22. Mai, 16:15-17:45 im Hermes, Hermesstraße 5 in Halle (Saale)

Antje Dudek spricht über ihr Promotionsthema: „Performance Art Education – Wie gestalten PerformancekünstlerInnen die Lehre ihrer Kunstform?“

„Performance Art schafft Ereignisse statt Werke. Ihr zentrales Medium ist der Körper. Im Live-Modus entfaltet sie sich in aller Flüchtigkeit in der Begegnung von Performer/-innen und Zuschauer/-innen. Dabei ist sie intermedial und komplex. Dementsprechend stellt das Lehren von Performance Art neue didaktische Herausforderungen an Kunstpädagog/-innen. Um verschiedene Wege in der Lehre dieser Kunstform aufzuzeichnen und zu analysieren, beobachte ich wie verschiedene internationale Performancekünstler/-innen arbeiten. Ich untersuche dabei ihre Lehrmethoden und -ziele und versuche ihre künstlerischen und kunstpädagogischen Haltungen zu rekonstruieren. In meinem Vortrag werfe ich Schlaglichter auf meinen Forschungsprozess und präzisiere dabei Beobachtungen aus meinen ersten beiden Feldforschungsblöcken.“ (Dudek)


Jour Fixe: SINOP!


Jour Fixe am 26.04.2016, 18 Uhr // Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Johanna Reiner & Johannes Hoffmann
SINOP!

Johanna Reiner & Johannes Hoffmann sprechen über die türkische Hafenstadt Sinop und die Projekte, die sie dort realisiert haben. Außerdem zeigen sie ihren Dokumentarfilm, der im Rahmen eines „Eintagsmuseums“ in Sinop gedreht wurde. Verschiedene Menschen sprechen im Film unter anderem über die U.S.-Militär-Basis, über Migration, urbane Ökonomie und die Geschichte und Zukunft des ehemaligen Gefängnisses.
Das Wiener Künstlerduo arbeitet mit türkischen Künstler/-innen und Kurator/-innen zusammen, z.B. im Rahmen der internationalen Kunstbiennale SINOPALE oder bei Projekten zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Hier gibt es Schnittstellen zur BURG, die ebenfalls an der SINOPALE und an einem Forschungsprojekt in diesem Sommer in Sinop beteiligt ist.
Diese Projekte fördern die Entwicklung einer Stadt, die sozial und ökonomisch unter Vernachlässigung durch die Zentralregierung und wirtschaftlicher Stagnation leidet. Durch langfristig angelegte kulturelle Impulse entstand in den letzten Jahren eine Spielwiese für kreative Stadtentwicklung und soziales Engagement. Bürgerinnen und Bürger werden so aktiviert, Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt zu übernehmen.

Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich und findet in der Villa, Raum 103/104, Neuwerk 7 statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Johanna Reiner ist bildende Künstlerin. Seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien beschäftigt sie sich mit Fragen von Kollaboration, Partizipation und Communitybuilding. Sie realisiert künstlerische Projekte im Bereich von Bildung, in/formellem Wissenstransfer, Urbanismus und öffentlichem Raum.
http://johannareiner.at 



Johannes Hoffmann ist Künstler und Designer. Er studierte ebenso an der Akademie der bildenden Künste, wo er seit 2003 im Fachbereich Holz unterrichtet. Seine Arbeiten umfassen urbane Möblierungen, Raumdesign und 1:1 Umsetzungen im öffentlichen Raum.
http://www.johanneshoffmann.at

Der Jour Fixe „SINOP!“ findet in Kooperation mit werkleitz statt.

Konzeption: Prof. Dr. Sara Burkhardt
Organisation: Dr. Jule Reuter


Kunstpädagogische Begriffe: 15 SPIEL

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Donnerstag, 02.07.2015 // 18:15-19:45 Uhr // Villa // Raum 102 // Neuwerk 7 // 06108 Halle (Saale)

Am Donnerstag, dem 2. Juli, spricht Dr. Lars Zumbansen im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung “Kunstpädagogische Begriffe 10-15″ über “Spiel”. Studierende aller Studiengänge wie auch Lehrende und Gäste sind herzlich willkommen!

Der „Spieltrieb“ als play mit seinen kreativ-schöpferischen und grenzüberschreitenden Potentialen wird nicht zuletzt unter Rückgriff auf Schillers Briefe zur ästhetischen Erziehung noch immer hochgehalten in kunstpädagogischen Begründungszusammenhängen. Reguliertere und institutionalisiertere Formen des Spiels, d.h. games, haben es demgegenüber ungleich schwerer als Referenzmedium der Kunstdidaktik anerkannt zu werden. Dabei sind es doch gerade die vermeintlich Freiheiten determinierenden Regelspiele, die etwa in Form von Computer Games prägenden Einfluss auf zeitgenössische Jugendkulturen haben.
Der Vortrag versucht sich an einer Überwindung dieser dichotomen Konzeption von play und game unter Bezugnahme auf die Computerspielpädagogik. Es soll an ausgewählten Beispielen veranschaulicht werden, wie aktuelle Bildschirmspiele im Sinne einer „immersiven Didaktik“ Lernen intrinsisch motivierend organisieren und rhythmisieren. Am Ende gilt es zu fragen, ob und inwieweit gerade Computer Games Pate stehen können für das Design von gelingenden Lehr- und Lernszenarien im Kunstunterricht.

Dr. Lars Zumbansen
Studium der Germanistik, Kunst und Erziehungswissenschaft. Promotion über die ästhetischen Kodes und konsumkulturellen Wertkonzepte in phantastischen Bildschirmspielen. 2008 Auszeichnung mit dem Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS). Lehrbeauftragter im Fach Kunst an der Universität Paderborn 2005-2015. Seit 2010 Lehrer am Gymnasium Harsewinkel (NRW) u. seit 2013 Mitherausgeber von Kunst + Unterricht.


Ins Schwarze! Sammeln, experimentieren, forschen.

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Foto: Aart van Bezooijen

Was ist “Schwarz”? Was bedeutet es? Schwarz ist keine Farbe. Schwarz ist radikal. Schwarz ist Abgrenzung. Schwarz ist vollständige Absorption von Licht und damit immer auch seinem Gegenteil, dem Weiß, verbunden, das alles Licht abweist und auf uns zurückwirft. Ist Schwarz nun also vollständige Abwesenheit oder totale Speicherung von Licht? An der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sammeln wir in der Langen Nacht der Wissenschaften zusammen mit Besucherinnen und Besuchern schwarzes Material und zu schwärzende Objekte. Bringen Sie schwarze Dinge mit – oder solche Dinge, die Sie gerne lieber in Schwarz sähen. In einem LABOR können Sie mit Materialien experimentieren, Ihre mitgebrachten Objekte einfärben oder neue schwarze Dinge herstellen. In einer LOUNGE können Sie bei schwarzen Getränken einer Dauerlesung aus der BURG-Enzyklopädie lauschen, unterbrochen durch kurze Präsentationen und Vorträge von Lehrenden und Studierenden zum Thema “Schwarz”.
‪#‎lndwhalle‬ ‪#‎insschwarze‬
03.07.2015 von 17.00 bis 23.00 Uhr
Foyer der Villa, Neuwerk 7 (Campus Design), Halle (Saale)
http://wissenschaftsnacht-halle.de/


10-15 Kunstpädagogische Begriffe: 14 PERFORMATIVITÄT

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Am Donnerstag, dem 18. Juni, spricht Prof. Dr. Marie-Luise Lange im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Kunstpädagogische Begriffe 10-15“ über “Performativität”. Studierende aller Studiengänge wie auch Lehrende und Gäste sind herzlich willkommen!

Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben Begriffe wie Performativität, Performanz und Performance in der Bildenden Kunst und im Theater aber auch in den Bildungs- und Kognitionswissenschaften Konjunktur. Nicht nur dort sondern auch in den Cultural Studies, der feministischen und queeren Forschung, den Raum- und Medienwissenschaften und im Politischen wird das Flüchtige, sich ständig in Veränderung befindliche, schwer fixierbare Erscheinen und Verschwinden dessen, was sich durch performative Prozesse zeigt, seit einigen Jahren stärker in den Fokus genommen. Denn es geht in all diesen Prozessen um die Wahrnehmung von spezifischen Atmosphären und situativen Inszenierungen. Diese eröffnen dem Wahrnehmenden zwischen seinen Empfindungen, Emotionen, Gedanken und Imaginationen oszillierende semantische Konstellationen. Im Vortrag werden aus der Beobachtung der Formen und des nicht festlegbaren Sinns von künstlerischen Performances Potenziale für innovative Bildungs- und Lernprozesse abgeleitet.


Prof. Dr. habil. Marie-Luise Lange
Studium Kunst + Germanistik (Humboldt-Universität Berlin); Habilitation „Grenzüberschreitungen –  Wege zur Performance“ (Justus-Liebig-Universität Gießen); Professur für Theorie künstl. Gestaltung (Technische Universität Dresden); Mitglied der Performancegruppe seite.30; Lehre/Forschung: Aktionskunst in Theorie + Praxis, PerformanceLehreStrategien; Kunst/Theorie 1. und 2. Moderne; Kunstvermittlung

Die öffentliche Ringvorlesung „Kunstpädagogische Begriffe 10-15“ ist eine Lehrveranstaltung für die kunstpädagogischen Studiengänge (Didaktik) und die Studierenden des Spiel- und Lerndesigns. Sie ist öffentlich – Studierende+Lehrende der Hochschule, Lehrer_innen, Referendar_innen und interessierte Gäste sind herzlich willkommen.
Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Sara Burkhardt


10-15 Kunstpädagogische Begriffe: 13 KREATIVITÄT

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Donnerstag, 11. Juni 2015
18:15-19:45 Uhr
Villa Neuwerk, Raum 102
Neuwerk 7
06108 Halle

Am Donnerstag spricht Prof. Dr. Frank Schulz im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung über „Kreativität“. Studierende wie auch Lehrende und Gäste sind herzlich willkommen!

Kreativität ist zum Schlüsselbegriff voller Versprechungen geworden und hat sich zugleich erheblich abgenutzt. Im Vortrag wird davon ausgegangen, Kreativität konsequent auf Verlaufsqualitäten der geistigen Tätigkeit, auf die Bewältigung von Problemlösungsprozessen zu beziehen. Kreativität tritt immer konkret in Erscheinung und zeigt sich in jedem Begabungsgebiet auf ganz spezifische Art und Weise. Das soll am Beispiel der bildnerischen Begabung verdeutlicht werden. Kreativität heißt hier: Es handelt sich um hochkomplexe Dispositionen für das Vollbringen von Leistungen, die zum bildsprachlich gestalteten Ausdruck ganzheitlicher Beziehungen zur Wirklichkeit und entsprechenden Erfahrungen, Erlebnissen und Erkenntnissen führen.
Im Vortrag soll gezeigt werden, dass die Förderung in Übereinstimmung mit den Besonderheiten der bildnerischen Ontogenese erfolgen muss. Exemplarische Förderschwerpunkte bzw. -strategien in der bildnerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden aufgezeigt.