BALD: Semesteranfang!

Am 30. März starten wir ins Sommersemester – UND WAS FÜR EINES!
Neben den Lehrveranstaltungen wird es eine ganze Reihe von Austellungen, Projekten und Aktionen im Rahmen des 100. Jubiläums der BURG geben. Hierzu gehört die Ausstellung aller Professorinnen und Professoren der BURG im Volkspark, die Ausstellung „Assoziationsraum Wunderkammer“ in den Franckeschen Stiftungen und die Festwoche vom 26. bis 29. Mai an allen Standorten der Kunsthochschule, eine Woche in der keine Lehrveranstaltungen stattfinden sondern viele studentische Projekte und Feiern – und in der wir auch internationale Partner der Hochschule empfangen. Ab Mai werden über allem die Fahnen flattern, die Partner-Hochschulen aus aller Welt schicken.
Hinzu kommen Projekte, Symposien und Gesprächsabende, in die auch die kunstpädagogischen Studiengänge involviert sein werden. So ist für den 5. Mai ein Jour Fixe im Volkspark zum Thema „Kunst – Design – Bildung“ geplant, ein Gespräch mit Lehrenden, Studierenden und dem Publikum: Welche Verständnisse von Bildung begleiten uns in Kunst und Design? Was lernen wir? Wie lernen wir? Und wie lehren wir? An einer Kunsthochschule? Heute und in Zukunft?
Zwei Seminare flankieren die Ausstellung „Assoziationsraum Wunderkammer“ und Studierende entwickeln hier ein Vermittlungsprogramm zur Ausstellung in den Franckeschen Stiftungen. In meinem Seminar werden auf der Basis aktueller Theorien und kunstdidaktischer Ansätze Vermittlungskonzepte für die konkrete Arbeit vor Ort im Kontext der Ausstellung  erarbeitet. Die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung und die Wunderkammer selbst als Bezugsraum werden zum Ausgangspunkt für die Konzeption unterschiedlicher Vermittlungsformate und Unterrichtsmodule, die in den Workshops von Antje Dudek vor Ort erprobt, reflektiert und weiter bearbeitet werden können. Die geschieht auch unter Einbeziehung von Schulklassen, die entwickelten Module werden im Anschluss ins Vermittlungsprogramm der Ausstellung übernommen.

Mein fachdidaktisches Grundlagenseminar „Mediale Übersetzungen“ nimmt Bezug auf die vergangene Ringvorlesung „1-9 Kunstpädagogische Begriffe“ sowie auf die aktuelle Ringvorlesung „10-15 Kunstpädagogische Begriffe“. Anhand von Texten der Vortragenden und anderen Materialien aus der Vorlesungsreihe werden kunstpädagogische Begriffe näher untersucht, miteinander vernetzt und zu weiteren Positionen, Definitionen und Begrifflichkeiten in Beziehung gesetzt. Im Zuge der Erarbeitung mit dem Ziel der Publikation werden unterschiedliche Formen der Wissensvisualisierung und des kollektiven Arbeitens mit digitalen Medien erprobt. Ich freue mich zudem auf die Fortsetzung der Ringvorlesung, sie beginnt am 9.04. mit einem Vortrag von mir und setzt sich fort mit Vorträgen von Carl-Peter Buschkühle, Andreas Brenne, Frank Schulz, Marie-Luise Lange und Lars Zumbansen. Alle Vorträge sind öffentlich, Lehrer_innen, Referendar_innen, Student_innen anderer Hochschulen und weitere Gäste sind herzlich willkommen.
Einen hervorragenden Semesterstart wünsche ich allen!


Vortrag: Medien Bildung Raum

mbr_Elemente_S.3Medien Bildung Raum – Pädagogische Kunsträume

Vortrag von Konstanze Schütze am 28.05.14 um 10:00 Uhr
Hermes, 1. Stock, Raum 208

Konstanze Schütze stellt im Rahmen des Seminars „Raum schaffen – Didaktisches Labor“ Konzeptionen und Umsetzungen von Seminarräumen vor, die den physischen wie den virtuellen Raum gleichermaßen ernst nehmen. Diese Räume widmen sich der Tatsache, dass digitale Infrastrukturen unsere vertrauten pädagogischen Umgebungen verändern – im Sinne einer neuen Lehr- und Lernkultur in veränderten raum-zeitlichen Settings. In den an der Universität zu Köln realisierten Räumen wirkt Technik so weit wie denkbar im Hintergrund, um den pädagogischen Potenzialen des Raumes genügend Freiheit zu lassen. Gerade weil wir es nach wie vor mit rasanten medialen Veränderungen zu tun haben, so Schütze, sollten pädagogische Räume an jeder Stelle agil, justierbar und korrigierbar bleiben: „Starre, monofunktionale Räume sind Schnee von gestern.“

Der Vortrag von Konstanze Schütze ist öffentlich, Gäste sind willkommen.

Konstanze Schütze studierte Architektur, Kunstpädagogik und Amerikanistik an der TU Dresden und ist seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln. In ihrer Lehre verknüpft sie Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft mit Design und zeitgenössischer Medienkultur. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Aspekten nicht-visueller Bildlichkeit in der zeitgenössischen Kunst. In diesem Zusammenhang ist sie kuratorisch in zwei jungen Ausstellungsprojekten tätig: S T O R E contemporary (Dresden) und studionihilbaxter (Berlin).


Semesteranfang

IMG_8409

Das Wintersemester hat begonnen.
Einführungsseminar mit 41 Ersemestlern. Zwei Tutor/-innen unterstützen mich. Die Studierenden gucken irritiert, weil wir im Keller sind – mit Gittern vor den Fenstern. Eine kaputte Neonröhre flackert und muss herausgedreht werden. Es gibt nicht genügend Tische. Wir holen die mit den wackeligen Beinen von nebenan. NVA-Tische. Stühle sind genügend da, aber nicht alle Studierenden kommen pünktlich. Diejenigen, die zu spät sind, müssen aus dem Nebenraum Klappstühle holen. Unruhe.
Dann sitzen sie da und sehen mich an – ich erzähle ihnen vom Studium, von dem, was wir im Seminar vorhaben, lese etwas über „4-dimensionales Design“ von Paul Thek aus den 70er-Jahren vor. „Was braucht diese Universität? Diese Stadt? Dieses Land? Sie?“
Dann Organisatorisches. Leistungspunkte. Abläufe.
Anna und Daniel sind dran, die Tutor/-innen. Ich gehe weg. Anna und Daniel machen Übungen mit den Studierenden, locken etwas aus ihnen heraus, bringen sie dazu, seltsame Dinge zu tun:

  • Errichtet zu zweit einen Turm aus Stühlen.
  • Stellt euch folgende Situation vor: Die Erdanziehung geht nicht mehr vom Fußboden aus, sondern von der Wand. Wie sieht das aus? Nutzt euch selbst, Gegenstände, Taschen, Tische, Stühle.
  • Stellt einer Person eine Frage, die euch interessiert.
    Schreibt die Antwort auf Kreppband und klebt es demjenigen an sein Shirt bzw. an die Hose.
  • Entwerft die menschlichen Genitalien neu, sodass sie gerechter sein könnten.
  • Was ist für euch guter Kunstunterricht?
    Diskutiert in der Gruppe und klebt eure Ideen an diese Wand.
  • Nutzt eure Körper für eine gemeinsame Gestaltung einer amorphen Figur und haltet diese für eine Minute.
  • Formuliert eure Erwartungen und Wünsche an das kunstpädagogische Studium auf der analogen Twitter-Rolle.
  • Führt gemeinsam eine raumgreifende Handlung in slow-motion durch.
  • Fotografiert euch samt eurer Namen. Gerne auch als Kleingruppe. Seid kreativ, lustig, mutig, ernst, nachdenklich, hungrig, bunt…
  • Welche Künstler/-innen sind euch noch aus eurem Kunstunterricht präsent? Schreibt sie auf.
  • Vermesst den Raum ohne klassische Messgeräte. Seid mutig. Findet verschiedene Ansätze.

Nach einer Stunde ohne mich komme ich wieder dazu. Die Gruppe ist mitten drin. Sie sprechen gerade über das, was sie in den Übungen erlebt haben. Reflektieren. Setzen es in Beziehung zu möglichem Kunstunterricht.

Ich darf nochmal ran. Wir treten an die Wand, auf der die Vorstellungen von gutem Kunstunterricht gesammelt sind. Was steht da? Wir lesen es gemeinsam. Sprechen darüber. Überlegen, was es noch sein könnte. Warum was wichtig ist. Nach 3 Stunden sind die Studierenden immer noch voll dabei. Sie sind interessiert und lassen sich ein. Aber dann ist es auch gut und wir belassen es dabei. Drei volle gemeinsame erste Stunden. Ich freu mich auf nächste Woche! Bis dahin sind auch die Tischbeine repariert, der Hausmeister ist dran, auch die 7 kaputten Neonröhren sollen ausgewechselt werden.


Gegenstand: Garten

keeeb_garten

Momentan im Seminar „Gegenstand: Garten“: Wir haben uns Beispiele aus der Kunst angesehen, vor allem der Künstlergärten Weimar, dazu haben wir Texte von Barbara Nemitz gelesen. Und wir haben überlegt, welche Rolle diese Werke im Kunstunterricht spielen könnten. Dabei kamen Fragen auf, zum Kunstbegriff, zum Umgang mit temporären und flüchtigen, fast unsichtbaren Werken. Wir haben uns mit der Entwicklung von Unterricht auseinandergesetzt, mit Fachmethoden und didaktischen Begründungen. Wie können künstlerische Auseinandersetzungen im oder mit Garten zum Gegenstand von Unterricht werden? Und warum sollten sie dies? Wie können praktische Aufgaben aussehen? Welche Methoden sind angebracht? Welche weiterführenden Fragestellungen und welche Themen sind mit dem Gegenstand verknüpft? Diese Fragen werden uns in den nächsten Wochen begleiten, wenn die Teilnehmer/-innen in Gruppen oder einzeln ihre künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Gegenstand vorstellen. Dabei wird das Feld der Kunst erweitert werden – um Stadtgärten, Gartenausstellungen, Guerilla Gardening, Wegegärten, Schrebergärten, usw.


Im Rückspiegel: Wintersemester 2012/13

Nachdem ich im letzten Wintersemester einen Rückblick gepostet habe, will ich es jetzt wieder tun.
Kurz nach Semesteranfang war es endlich soweit: Der Bundeskongress der Kunstpädagogik fand in Dresden statt. Was für ein Vorlauf, was für ein Ort, was für ein Kongress! Zwei Jahre BuKo, 8 Vorkonferenzen bzw. Parts, viele viele Arbeitstreffen in Kassel, Frankfurt, Fuldatal, Dresden usw. Einen langen Atem hatten wir – und durchgehalten haben wir. Ich weiß noch genau, dass Torsten Meyer sagte – „Lasst uns den Kongress in Kassel machen, da gibt es so ein leerstehendes Gefängnis, das wird zur dOCUMENTA zum Hotel umgebaut. Wir können das nutzen, man übernachtet dann in Gefängniszellen…“ Und ich dachte nur: NEEEIN! Und sagte dann – „…bevor der Kongress im Gefängnis stattfindet – kommt doch nach Dresden!“ Es war kurz still in der BuKo-Runde und dann sagten alle „Jaaaa“ – und ich dachte nur „oh nein….“

baege_7330
Foto: Roland Baege

Dann war er da, der Kongress, 19.-21. Oktober, Hygiene-Museum Dresden. Ausführlich dokumentiert, im Netz hier und hier und hier.
Und weil der Ort so schön ist und Dresden seine Gäste grüßt haben wir gleich noch den BDK-Forschungstag für Nachwuchswissenschaftler/-innen vorgeschaltet. Knapp 90 Teilnehmende hörten Vorträge, arbeiteten in Workshops und diskutierten am 18. und 19. Oktober miteinander darüber, was es in der Kunstpädagogik zu erforschen gibt und wie geforscht wird. Konzipiert haben den Forschungstag Christine Heil, Marie-Luise Lange und Karl-Josef Pazzini, ich habe die Organisation übernommen, als Hochschulreferentin des BDK.

baege_6954

Foto: Roland Baege

Nach diesem grandiosen Auftakt ging das Semester richtig los, mit einem Ästhetisch-Didaktischen Labor unter dem Titel ROHMATERIAL und dem Einführungsseminar für 47 Erstsemestler. Diese füllten den Seminarraum im Keller vollständig aus und brachten mitunter die wunderbaren Tutor/-innen Anna Zorn+Daniel Martin und mich an unsere Grenzen – doch wir lernten schnell, mit dem Mangel an Sitzgelegenheiten, Arbeitsplätzen und Material umzugehen, zu improvisieren und diesen sprudelnden, neugierigen und lebhaften Haufen zu organisieren. Und es zeigte sich, wie auch mit einer großen Gruppe unter nicht ganz leichten räumlichen Bedingungen produktiv, praxisorientiert und anhand von Texten und Vermittlungssituationen reflektierend gearbeitet werden kann.

IMG_4265IMG_4663 8388074128_6cf59a957d_b8412627668_bfb840e714_b

Fotos: Anna Zorn und Daniel Martin

Im Ästhetisch-Didaktischen Labor ROHMATERIAL erarbeiteten die Studierenden Konzepte für Kunstunterricht zu verschiedenen Aspekten des Themas, dies wurde in einem gemeinsamen Blog dokumentiert und im Seminar vorgestellt, mitunter auch konkret erprobt. Eine Gruppe erarbeitete und pflegte den Blog und es entstand das Experiment, über den Blog eine Verbindung in den Flur des Instituts zu schaffen, wo eine temporäre Ausstellung zum aktuellen Thema „Baustelle“ entstand. „Baustelle“ als inhaltliche und formale Klammer für die Ausstellung lag auf der Hand, da das Institut schon seit einiger Zeit von einer Baustelle umgeben ist, durch den Umbau des Hörsaaltrakts und den Einbau eines Fahrstuhls.

img_4803IMG_2538IMG_2539

Arbeit von Stefanie Kästner (oben), Fotos: Ann-Christin Harder (oben), Sara Burkhardt (unten)

Mitten im Semester war ich an zwei Wochenenden zu Gast an der Kunsthochschule Mainz und arbeitete dort mit einer Gruppe von Studierenden zum Thema „Mediale Räume“.

IMG_3753IMG_3731 IMG_4315

Auch in diesem Semester fanden „FLURGESPRÄCHE zu Fragen der Kunstpädagogik“ statt – und was für welche! Es begann am 8. November mit  “Et boum! C’est le choc!? Referendar/-innen berichten über ihre Erfahrungen im Schulalltag”. In Interviews berichteten Referendar/-innen über ihre Erfahrungen zu Themen wie Social Media und der Rolle aktueller Kunst im Kunstunterricht und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

IMG_3461
IMG_3494

 Für die 17. FLURGESPRÄCHE deckten wir im Flur des Instituts eine lange Tafel und luden zur „Weihnachtsfeierei“ – am 19. Dezember. Es gab eine Lesung mit verteilten Rollen, Weihnachtsbäume wurden versteigert, die Plätzchen waren pink und am Ende wurde noch  getanzt…

8289726376_ab5c362822_b8288655867_53ca4e1670_b

Die 18. FLURGESPRÄCHE versammelten im Januar 2013 junge Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Disziplinen auf einem Podium: Was passiert, wenn unterschiedliche Disziplinen zusammenarbeiten? Kooperieren? Wenn verschiedene Denkweisen aufeinanderprallen, andere Methoden erst einmal vermittelt werden müssen? Ist ein interdisziplinärer Ansatz wirklich produktiv oder eher kräfteraubend? Wie kann gemeinsam gearbeitet werden – ist Konkurrenz ein Thema? Oder ziehen alle am gleichen Strang?

8389957867_26c26481c9_bIMG_4833

Bei diesen vorerst letzten FLURGESPRÄCHEN (nächstes Semester geht es weiter mit einem neuen Konzept! Aktuelles HIER!) wurde unser seit letztem Herbst laufendes interdisziplinäre Forschungsprojekt „SESAM – Software Engineering Sozialer Allgegenwärtiger Medien“ vorgestellt, in dem Nachwuchswissenschaftler/-innen aus Kunstpädagogik, Kommunikationswissenschaft und Informatik zusammen arbeiten und forschen. In der Kunstpädagogik besteht das Team aus den Mitarbeiter/-innen Wiebke Krause und Torsten Philipp sowie vier studentischen Hilfskräfte: Katharina Egerer, Claudia Galarce, Robert Hausmann und Julia Wahle. Von diesem Projekt gibt es viel zu berichten – Fortsetzung folgt.

241012b_swgruppenbild_kdnm_sesam


anfangen ohne ende

Ausstellung im Flur des Instituts für Kunst- und Musikwissenschaft in der August-Bebel-Straße 20 in Dresden.

anfangen ohne ende

3x EINFÜHRUNG IN DIE KUNSTPÄDAGOGIK

Sie fangen an.
Sie halten zum ersten Mal Vorträge, erforschen die Umgebung und die Räume des Instituts, lernen sich untereinander kennen, erleben Kunst, lesen theoretische Texte, erproben sich vor Publikum. Und sie erfahren, was Kunstpädagogik bedeuten kann.
Im Wintersemester findet jedes Jahr das theoretisch-praktische Seminar EINFÜHRUNG IN DIE KUNSTPÄDAGOGIK statt. Begleitet wird es von einem TUTORIUM, in dem Inhalte vertieft, Methoden erprobt und Handlungen provoziert werden.
Nach drei Jahren blicken wir zurück und zeigen im Flur Ausschnitte aus studentischen Werkstattbüchern, Fotos aus dem Seminar und Tutorium, Handlungsanweisungen, Aufgabenstellungen, Zitate, E-Mail-Wechsel, Textausschnitte usw.

Jun.-Prof. Dr. Sara Burkhardt
Tutor/innen: Robert Hausmann und Julia Wahle


MEDIENFENSTER

Ausstellung und Präsentation der Video- und Medienkunstseminare von Franziska Hoffmann und Sophia Hoffmann an der TU Dresden.
Mittwoch, 3. Februar 2010, 17:00 Uhr
Blaues Haus / UG
August-Bebel-Straße 30
Im Programm sind studentische Installationen und Videos, begleitet von Erläuterungen zu Themen und Technik der Seminare.