Im Rückspiegel: Wintersemester 2012/13

Nachdem ich im letzten Wintersemester einen Rückblick gepostet habe, will ich es jetzt wieder tun.
Kurz nach Semesteranfang war es endlich soweit: Der Bundeskongress der Kunstpädagogik fand in Dresden statt. Was für ein Vorlauf, was für ein Ort, was für ein Kongress! Zwei Jahre BuKo, 8 Vorkonferenzen bzw. Parts, viele viele Arbeitstreffen in Kassel, Frankfurt, Fuldatal, Dresden usw. Einen langen Atem hatten wir – und durchgehalten haben wir. Ich weiß noch genau, dass Torsten Meyer sagte – „Lasst uns den Kongress in Kassel machen, da gibt es so ein leerstehendes Gefängnis, das wird zur dOCUMENTA zum Hotel umgebaut. Wir können das nutzen, man übernachtet dann in Gefängniszellen…“ Und ich dachte nur: NEEEIN! Und sagte dann – „…bevor der Kongress im Gefängnis stattfindet – kommt doch nach Dresden!“ Es war kurz still in der BuKo-Runde und dann sagten alle „Jaaaa“ – und ich dachte nur „oh nein….“

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Foto: Roland Baege

Dann war er da, der Kongress, 19.-21. Oktober, Hygiene-Museum Dresden. Ausführlich dokumentiert, im Netz hier und hier und hier.
Und weil der Ort so schön ist und Dresden seine Gäste grüßt haben wir gleich noch den BDK-Forschungstag für Nachwuchswissenschaftler/-innen vorgeschaltet. Knapp 90 Teilnehmende hörten Vorträge, arbeiteten in Workshops und diskutierten am 18. und 19. Oktober miteinander darüber, was es in der Kunstpädagogik zu erforschen gibt und wie geforscht wird. Konzipiert haben den Forschungstag Christine Heil, Marie-Luise Lange und Karl-Josef Pazzini, ich habe die Organisation übernommen, als Hochschulreferentin des BDK.

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Foto: Roland Baege

Nach diesem grandiosen Auftakt ging das Semester richtig los, mit einem Ästhetisch-Didaktischen Labor unter dem Titel ROHMATERIAL und dem Einführungsseminar für 47 Erstsemestler. Diese füllten den Seminarraum im Keller vollständig aus und brachten mitunter die wunderbaren Tutor/-innen Anna Zorn+Daniel Martin und mich an unsere Grenzen – doch wir lernten schnell, mit dem Mangel an Sitzgelegenheiten, Arbeitsplätzen und Material umzugehen, zu improvisieren und diesen sprudelnden, neugierigen und lebhaften Haufen zu organisieren. Und es zeigte sich, wie auch mit einer großen Gruppe unter nicht ganz leichten räumlichen Bedingungen produktiv, praxisorientiert und anhand von Texten und Vermittlungssituationen reflektierend gearbeitet werden kann.

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Fotos: Anna Zorn und Daniel Martin

Im Ästhetisch-Didaktischen Labor ROHMATERIAL erarbeiteten die Studierenden Konzepte für Kunstunterricht zu verschiedenen Aspekten des Themas, dies wurde in einem gemeinsamen Blog dokumentiert und im Seminar vorgestellt, mitunter auch konkret erprobt. Eine Gruppe erarbeitete und pflegte den Blog und es entstand das Experiment, über den Blog eine Verbindung in den Flur des Instituts zu schaffen, wo eine temporäre Ausstellung zum aktuellen Thema „Baustelle“ entstand. „Baustelle“ als inhaltliche und formale Klammer für die Ausstellung lag auf der Hand, da das Institut schon seit einiger Zeit von einer Baustelle umgeben ist, durch den Umbau des Hörsaaltrakts und den Einbau eines Fahrstuhls.

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Arbeit von Stefanie Kästner (oben), Fotos: Ann-Christin Harder (oben), Sara Burkhardt (unten)

Mitten im Semester war ich an zwei Wochenenden zu Gast an der Kunsthochschule Mainz und arbeitete dort mit einer Gruppe von Studierenden zum Thema „Mediale Räume“.

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Auch in diesem Semester fanden „FLURGESPRÄCHE zu Fragen der Kunstpädagogik“ statt – und was für welche! Es begann am 8. November mit  “Et boum! C’est le choc!? Referendar/-innen berichten über ihre Erfahrungen im Schulalltag”. In Interviews berichteten Referendar/-innen über ihre Erfahrungen zu Themen wie Social Media und der Rolle aktueller Kunst im Kunstunterricht und beantworteten Fragen aus dem Publikum.

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 Für die 17. FLURGESPRÄCHE deckten wir im Flur des Instituts eine lange Tafel und luden zur „Weihnachtsfeierei“ – am 19. Dezember. Es gab eine Lesung mit verteilten Rollen, Weihnachtsbäume wurden versteigert, die Plätzchen waren pink und am Ende wurde noch  getanzt…

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Die 18. FLURGESPRÄCHE versammelten im Januar 2013 junge Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Disziplinen auf einem Podium: Was passiert, wenn unterschiedliche Disziplinen zusammenarbeiten? Kooperieren? Wenn verschiedene Denkweisen aufeinanderprallen, andere Methoden erst einmal vermittelt werden müssen? Ist ein interdisziplinärer Ansatz wirklich produktiv oder eher kräfteraubend? Wie kann gemeinsam gearbeitet werden – ist Konkurrenz ein Thema? Oder ziehen alle am gleichen Strang?

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Bei diesen vorerst letzten FLURGESPRÄCHEN (nächstes Semester geht es weiter mit einem neuen Konzept! Aktuelles HIER!) wurde unser seit letztem Herbst laufendes interdisziplinäre Forschungsprojekt „SESAM – Software Engineering Sozialer Allgegenwärtiger Medien“ vorgestellt, in dem Nachwuchswissenschaftler/-innen aus Kunstpädagogik, Kommunikationswissenschaft und Informatik zusammen arbeiten und forschen. In der Kunstpädagogik besteht das Team aus den Mitarbeiter/-innen Wiebke Krause und Torsten Philipp sowie vier studentischen Hilfskräfte: Katharina Egerer, Claudia Galarce, Robert Hausmann und Julia Wahle. Von diesem Projekt gibt es viel zu berichten – Fortsetzung folgt.

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Wintersemester 2011/12 – Blick zurück nach vorn

Nachdem Torsten Meyer neulich auf seinem Blog einen so anregenden Rückblick auf das vergangene Wintersemester veröffentlicht hat und ich in meiner Euphorie getwittert hatte, dass ich so etwas auch mal tun wolle, nehme ich mir jetzt doch noch die Zeit für einen Rückblick.

Vor Semesteranfang wehte ein kräftiger BuKo12-Wind durch das Institut, wo ein Teil der Tagung „Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule“ als Part06 des Bundeskongresses stattfand. Die Tagung begann in der Dreikönigskirche mit einem Vortrag von Gila Kolb, setzte sich dann im Kunsthaus Dresden in der Ausstellung „Is that true? possibilities of (non)knowledge“ fort und klang am Abend bei Essen und Trinken im Innenhof des Kunsthauses aus. Am zweiten Tag führten ehemalige Stipendiaten des kiss-Projektes „Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule“ Workshops in den Räumen des Instituts für Kunst- und Musikwissenschaft in der August-Bebel-Straße durch. Einen ausführlichen Bericht über die Tagung gibt es hier.

Foto: Gila Kolb

Der Bundeskongress der Kunstpädagogik 2010-2012 beeinflusste auch meine Lehre, indem das ArtEduCamp Köln, Part07 von BuKo12, bestimmender Inhalt des Master-Seminars „Netz Kunst Unterricht“ wurde. So ging es um Fragen der Partizipation im Zusammenhang mit digitalen Medien, um Inhalte von Kunstunterricht in Verbindung mit aktueller Medienkultur sowie um Fragen der Vernetzung im Kontext von Bildung. Die Teilnehmenden arbeiteten mit ihren eigenen Fokussierungen auf die Exkursion zum ArtEduCamp hin, bezogen die Erkenntnisse und Erfahrungen des Camps in ihre Untersuchungen ein und präsentierten abschließend konzentriert ihre Denkprozesse, Konzepte und Visionen in unterschiedlichen medialen Formen.


Im Seminar „Kunst Sprache Vermittlung“ kooperierte ich mit Dr. Blei-Hoch aus der Germanistik, was zu einer in der Struktur hochkomplexen und inhaltlich reichhaltigen Veranstaltung führte. Im Zentrum stand das Verhältnis von Kunst und Sprache, exemplarisch untersucht anhand von künstlerischen Arbeiten im Albertinum. Die Studierenden entwickelten Unterrichtssituationen für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen der IBB Ganztagsschule, mit der wir dankenswerterweise kooperieren konnten. Die Unterrichtskonzepte wurden im Albertinum vor den Originalen erprobt, was für alle Beteiligten eine nachhaltige und im Ganzen positive Erfahrung war, auch wenn plötzlich ganz andere Probleme auftauchten als die vielleicht aus Erprobungen in Seminaren schon bekannten.

Wintersemester bedeutet Einführungsseminar, „Einführung in die Kunstpädagogik“. 35 Erstsemestler waren es diesmal und diese hohe Zahl brachte die Arbeit im Keller des Blauen Hauses an ihre Grenzen. Dies liegt vor allem daran, dass die Studierenden in diesem Seminar sehr aktiv sind, sie arbeiten praktisch, gestalten Vermittlungssituationen, erproben unterschiedliche Methoden und Formate, einzeln, in Gruppen, sich bewegend, miteinander redend. Ohne meine beiden Tutoren Julia Wahle und Robert Hausmann wäre es nicht möglich gewesen, dieses Seminar so interaktiv zu gestalten. Das war jetzt das dritte – und leider auch letzte – Mal in diesem Team. Für mich ein Moment der Wehmut, aber auch die Möglichkeit, Bilanz zu ziehen. Daher stellen Robert Hausmann, Julia Wahle und ich momentan eine Ausstellung für den Institutsflur in der August-Bebel-Straße 20 zusammen, in der wir Bilder und Texte aus den drei vergangenen Einführungsseminaren zeigen. Ab April zu sehen!


Neben den Seminaren prägten auch die FLURGESPRÄCHE das Semester. Inzwischen fast zur Institution geworden, mit einer inzwischen 9köpfigen Hochschulgruppe als Leitungsteam und dem Studienreferendar Matthias Laabs und mir im Beirat, wurden wieder drei Veranstaltungen geplant und auch durchgeführt. Immer wieder muss betont werden, dass es sich hier um eine freiwillig arbeitende Hochschulgruppe handelt – keine/r bekommt für die FLURGESPRÄCHE Geld oder womöglich SHK-Stunden, alle Beteiligten haben Spass daran und ein Interesse, Fragen zur Kunstpädagogik auch außerhalb von Seminaren und Vorlesungen zu diskutieren. Im Wintersemester waren das zum Beispiel Fragen nach Modellen und Denkweisen, mit denen Probleme visualisiert und gelöst werden können. Zu Gast war Jun.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Rainer Noennig vom Center for Knowledge Architecture der TU Dresden. “Zwischen Frühstück und Gänsebraten” war der Abend kurz vor Weihnachten betitelt, mit Live-Musik, Glühwein, Karaoke-Spezial und Show-Einlagen. Und im Januar fragte wir in einer Lesung an der sich jede/r beteiligen konnte:  „Darf Bildung Spaß machen?“
Im Mai soll es weitergehen – wo genau wird sich zeigen, denn der Hörsaaltrakt wird saniert und so wird wohl auch der Flur zur Baustelle – was wiederum hervorragend zum Konzept der FLURGESPRÄCHE passt.

Was gab es noch? Gremienarbeit, Exzellenzbegehung, die „Reform der Reform“, die die geplante Wiedereinführung des Staatsexamens in Sachsen mit sich bringt, anregende Ausstellungen von Studierenden und Honorarkräften an verschiedenen Orten in der Stadt, Abschlussprüfungen im Staatsexamen und Bachelor und damit verbunden einfallsreich konzipierte Ausstellungen – es gäbe noch vieles aufzuzählen. Nicht zuletzt die Forschung – Projekte sind beantragt und können hoffentlich in Zukunft realisiert werden – noch gilt es Daumen drücken!