Kunstpädagogische Knotenpunkte 04 – Materialproben

Eine Sammlung von Impulsen und Inspirationen in Text und Bild zum Umgang mit Material in kunstpädagogischen Kontexten. Gespräche mit Lehrenden der BURG, Dokumentation von Erprobungen in Lehrveranstaltungen und in der Materialsammlung.

Eine Materialprobe ist eine Probe, die man von einem bestimmten Stoff nimmt. Eine Probe ist aber auch ein Versuch, eine Untersuchung, eine Übung. Und bei Material kann es sich statt um einen Stoff um Material der Kunst handeln, um Material als Ausgangspunkt von Designprozessen, um Material im Kunstunterricht oder um Artefakte in der Materialsammlung der Kunsthochschule. Auch eine gefundene Ventilkappe kann Material sein, genauso wie ein geschriebener Text oder eine Sammlung von Audiofiles.

Ein solches Verständnis von Material sowie von Proben liegt dieser Ausgabe der „Kunstpädagogischen Knotenpunkte“ zugrunde. Auch die Publikation selbst ist eine Sammlung von Impulsen und Inspirationen — eine Materialsammlung. Es geht um den praktischen Umgang mit Material, um Haptik, Begreifen und Sinnlichkeit. Material ist hier der Knotenpunkt in einem Netz aus Gesprächen, Aussagen, Bildmaterial und dokumentierten Erprobungen. Gleichzeitig ist die ganze vorliegende Publikation eine Materialprobe, da sie sich als Angebot zur Weiterarbeit begreift. Sie besteht aus drei Teilen: „Im Gespräch“, „Im Seminar“ und „In der Materialsammlung“.

Im Gespräch

Auszüge aus Gesprächen mit Professorinnen und Professoren der BURG finden sich im ersten Teil der Publikation. Die Gespräche fanden in den Büros oder Ateliers der Lehrenden statt. In den Gesprächen werden nicht nur Vorstellungen von Lehre und bildhauerische Haltungen anschaulich, es zeigt sich auch, welche Bedeutung dem Material zukommt. So rücken die Befragten immer wieder den Umgang mit Material in den Fokus, sei es als Ausgangspunkt von Gestaltung, als Reibungsfläche, als Auslöser von Prozessen des Scheiterns oder als zentrales Moment des Experimentierens.

Im Seminar

Eine Idee der Reihe „Kunstpädagogische Knotenpunkte“ ist auch, Prozesse und Ergebnisse aus der Lehre in den kunstpädagogischen Studiengängen zu veröffentlichen, um Impulse für Vermittlungspraxis zu geben. Im zweiten Teil dieses Heftes erfolgt dies über Beispiele aus kunstpädagogischen Seminaren, in denen Material in den Fokus rückt und Studierende unterschiedliche Formate der Vermittlung erproben.

In der Materialsammlung

Ein Gespräch mit Aart van Bezooijen, Professor für Material- und Technologievermittlung und Leiter der Materialsammlung der BURG, bildet den dritten Teil der Publikation. In dieser Sammlung an der Schnittstelle von Kunst und Design werden Materialproben und Artefakte gesammelt, archiviert und erforscht. Es wird mit neuen Materialien experimentiert und es wird untersucht, was das jeweilige Material erzählt. Und welche Bedeutung es in unterschiedlichen Kontexten erlangen kann, in der Kunst, im Design, in der Vermittlung.

Ziel der Publikation „Materialproben“ ist es, Studierenden, Referendarinnen und Referendaren sowie Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern, Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen, Inspiration und Denkanstöße zu geben. Es soll gezeigt werden, wie Materialien zur Schnittstelle zwischen Institutionen, künstlerisch-gestalterischen Handlungen, Vermittlungsprozessen und unterschiedlichen Wissensbereichen werden können.

Mit Beiträgen von Sara Burkhardt, Stella Geppert, Daniel Kruger, Reiner Maria Matysik, Martin Neubert, Marie Newid, Bruno Raetsch, Aart van Bezooijen, Rolf Wicker, Andrea Zaumseil

Zur Reihe

Die Reihe Kunstpädagogische Knotenpunkte gibt Einblick in Lehre und Forschung der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die einzelnen Hefte beinhalten Texte und Dokumentationen von Studierenden und Lehrenden sowie Gastbeiträge von Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen. Sie sollen Impulse für Vermittlungspraxis und didaktische Überlegungen geben sowie theoretische Verknüpfungen herstellen.

Die Reihe wird herausgegeben von Sara Burkhardt und Antje Dudek.

Kunstpädagogische Knotenpunkte 04 — Materialproben

Hochschulverlag Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

ISBN
978-3-86019-127-9

Herausgeberinnen
Sara Burkhardt, Marie Newid

Redaktion
Sara Burkhardt, Marie Newid

Lektorat
Sara Burkhardt, Antje Dudek, Marie Newid

Gestaltung
Franziska Stübgen

Format/Umfang
16 × 22,5 cm, 106 Seiten, farbige Abbildungen

Sprache
Deutsch

Preis
5 EUR, ermäßigt 3 EUR

Erscheinungsjahr
2018


Frisch erschienen: Wunderkammer(n)

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Im Seminar „Assoziationsraum Wunderkammer. Vermittlungskonzepte in Theorie und Praxis“ von Sara Burkhardt wurden auf der Basis aktueller Theorien und kunstdidaktischer Ansätze Vermittlungskonzepte für die Arbeit vor Ort erarbeitet. Die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung und die historische Wunderkammer als Bezugsraum wurden zum Ausgangspunkt für die Konzeption von Vermittlungsformaten. Ziel war es, anhand unterschiedlicher Methoden Zugänge zu den Werken der zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler zu schaffen, aber auch Verknüpfungen zur historischen Wunderkammer herzustellen

Unterschiedliche Handlungsweisen wurden von den Studierenden ins Zentrum ihrer jeweiligen Vermittlungssituationen gerückt, es ging um das Imaginieren, das Erfinden von Geschichten oder das Präsentieren eigener Assoziationsräume.

Im Workshop „Assoziationsraum Wunderkammer. Erkundungen – Bildzugänge – Vermittlung“ von Antje Dudek entwickelten Studierende Konzepte für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern. Exemplarisch anhand einiger Ausstellungsstücke wurden Bildzugänge in der Gruppe erprobt.

In der anschließenden Auseinandersetzung mit den gewählten Werken vertieften die Studierenden ihre Vertrautheit mit verschiedenen schreibenden, (auf-)zeichnenden oder dialogischen Bildzugängen. So entwickelten sie eigene Zugangsmethoden, auf denen Vermittlungskonzepte aufbauten, die erprobt und diskutiert wurden. Schülergruppen einer 7. Klasse des Georg-Cantor-Gymnasiums Halle streiften in einer individualisierten Führung durch die Ausstellung, führten einander blind durch die historische Wunderkammer oder entwickelten Geschichten zu einzelnen Werken.

Den Abschluss der Publikation bildet ein Text des Kunstpädagogen Mario Urlaß, basierend auf einem Vortrag, den er auf dem Symposium „Wundersame Erkenntnismodelle“ im Juni 2015 im Volkspark Halle hielt. Urlaß beleuchtet darin die Rolle des Staunens und Wunderns in kunstpädagogischen und künstlerischen Prozessen. Er schlägt eine Verbindung zwischen den Erfahrungen und Erkenntnissen, zu denen Schülerinnen und Schüler im Unterricht angeregt werden und den Prozessen, die Studierende im Studium durchlaufen.

Mit Beiträgen von:
Sara Burkhardt, Laura Drolshagen, Antje Dudek, Kristina Kramer, Therese Lippold, Marie Newid, Daniel Persy, Berit Scheerer, Vanessa Schmitz, Matthias Schützelt und Mario Urlaß

Die Reihe Kunstpädagogische Knotenpunkte gibt Einblick in Lehre und Forschung der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die einzelnen Hefte beinhalten Texte und Dokumentationen von Studierenden und Lehrenden sowie Gastbeiträge von Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen. Sie sollen Impulse für Vermittlungspraxis und didaktische Überlegungen geben sowie theoretische Verknüpfungen herstellen.

Die Reihe wird herausgegeben von Sara Burkhardt und Antje Dudek.

Kunstpädagogische Knotenpunkte 01 – Wunderkammer(n)
Verlag der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale)

ISBN
978-3-86019-124-8

Herausgeberinnen
Sara Burkhardt, Antje Dudek, Marie Newid

Gestaltung
Franziska Stübgen

Format / Umfang
16 × 22,5 cm, 98 Seiten, farbige Abbildungen, geheftet

Sprache
Deutsch

Preis
5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Erscheinungsjahr
2016

Mehr Informationen und Bestellmöglichkeit: http://www.burg-halle.de/kunst/kunstpaedagogik-erziehung/kunst-lehramt-kunstpaedagogik/publikationen/publication/kunstpaedagogische-knotenpunkte-01-wunderkammern/


Handlungsraum Netz

Das Heft zeigt, wie das Netz nicht lediglich als Informationsraum und Bilderquelle für den Kunstunterricht zu begreifen ist, sondern als Handlungsraum, der von Lernenden gestaltet und reflektiert wird. Künstlerische Strategien im Netz spielen dabei ebenso eine Rolle wie neuartige Formen der Wissensdarstellung und des kommunikativen Austausches. Der Material-Teil gibt Anregungen für die Rezeption netzbasierter künstlerischer Arbeiten wie auch für die technisch unkomplizierte Teilnahme an Netzprojekten oder die Entwicklung eigener Ideen durch Schülerinnen und Schüler.

Aus dem Inhalt:

  • Handlungsraum Netz
    Neuartige Kommunikationsstrukturen und künstlerische Strategien
  • „Spirislee“ – zwischen Sterz und Seelachsdöner
    Länderübergreifendes Netzprojekt im Kunstunterricht
  • Im Netz der Cornelia Sollfrank
    Zum Beispiel: Die Ausstellung „Originale und andere Fälschungen“

Zu beziehen über den Friedrich Verlag.