digital trifft analog: Fachtag Kunst an der BURG

Alexandra Börner: Super Health (2017)

In künstlerischen Handlungen und Alltagssituationen überlagern sich digitale und analoge Prozesse zunehmend. Der neue gymnasiale „Fachlehrplan Kunsterziehung“ reagiert auf diese Anforderungen. Bei diesem Fachtag an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle werden in vielfältigen praktischen Übungen Schnittstellen zwischen digitalen und analogen Arbeitsformen ausgelotet und für den Einsatz in verschiedenen Schuljahrgängen zur Implementierung des Lehrplans diskutiert. Das Workshop-Angebot reicht von der Erstellung von Animationen mit Raumbezug über Übungen mit Körper und Projektionen bis zur Erstellung von Videobotschaften im interkulturellen Dialog.

Termin: Donnerstag, 31.08.2017, 9-16 Uhr
Ort: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Campus Kunst, Seebener Straße 1, 06114 Halle (Saale)

Programm

09:00-10:00 Begrüßung | Einführender Vortrag von Prof. Dr. Sara Burkhardt
10:00-12:00 Workshops 1-3
12:00-13:00 Mittagspause
13:00-15:00 Workshops 1-3
15:00-16:00 Abschlusspräsentation und -diskussion

Veranstalter

Professur für Didaktik der bildenden Kunst | Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) und dem BDK e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt

Konzeption und Moderation 

Prof. Dr. Sara Burkhardt und Antje Dudek | Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Kontakt: sburkhardt(at)burg-halle.de

Anmeldung

Der Fachtag ist als Fortbildungsangebot des LISA unter der Nr. 17L260005 gelistet.
Die Anmeldung erfolgt HIER über den Server des LISA .
Studierende und andere Interessierte können sich direkt bei den Veranstaltern anmelden, die Plätze sind jedoch begrenzt. Anmeldung per Mail: sburkhardt(at)burg-halle.de

Workshops

Jede/r Teilnehmer/-in wählt einen Workshop, es ist kein Wechsel zwischen den Workshops vorgesehen. Bitte bringen Sie möglichst eigene Geräte (incl. Ladegerät und Verbindungskabel) mit, weitere Hinweise entnehmen Sie bitte den Workshopbeschreibungen.

Workshop 1
Visual Movements – Bewegung, Licht und Projektion in Performance
Antje Dudek und Alexandra Börner

Die Arbeit mit Körper, Bewegung und Licht/(Video-)Projektion steht im Mittelpunkt des Workshops. Durch Übungen werden zunächst Wege zum künstlerischen Umgang mit Bewegung und skizzenhafter Choreografie beschritten. Durch einen spielerischen kollaborativen Ansatz wird das Körperbetonte performativer Kunstformen erprobt. Anschließend trifft analog digital, indem wir mit Licht und Projektion experimentieren und dadurch bewegte und belebte Bilder schaffen. Die Übungen und praktischen Arbeitsphasen werden ergänzt durch rezeptive Einblicke in Performances, die mit Projektion und Licht arbeiten, wofür Alexandra Börner eigene Arbeiten vorstellt. Zudem werden wir das Potenzial für den Kunstunterricht reflektieren.
Antje Dudek ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Didaktik der bildenden Kunst an der BURG.
Alexandra Börner ist Modedesignerin und performance artist. Sie studierte Conceptual Fashion Design an der BURG.

Workshop 2
Eingriffe im (Stadt-)Raum – zwischen analog und digital
Robert Hausmann und Matthias Laabs
Die Digitalität hat unsere Gegenwart geflutet und scheinbar unbemerkt das Internet zu einer unsichtbaren, aber jederzeit präsenten Schicht werden lassen. Klammheimlich haben sich dabei auch Formen des Miteinanders, der Wahrnehmung und Sozialisation, der Wissensaneignung und Bildung sowie die Erscheinungsarten von Pop, Kunst und Kultur verändert. Digital und analog vermischen sich darin zunehmend, mit der selbstverständlichen Nutzung von Smartphones und Co hat sich das Netz schon längst ins Real-Life eingeschrieben.
Im Zentrum des Workshop steht der spielerische wie konzeptuelle Transfer von digital in analog bzw. umgekehrt. Nach einer handlungsorientierten Impulsphase entwickeln die Teilnehmenden in unterrichtserprobten Übungen und Experimenten eigene, gezielte digital-analoge Überlagerungen und Eingriffe in den umgebenden (Stadt-)Raum. In verschiedenen Reflexionsphasen werden deren Eignung und Einsatzmöglichkeiten für Kunstunterricht diskutiert.
Bitte mitbringen: Eigenes Smartphone und ggf. Tablet
Robert Hausmann ist Lehrer für die Fächer Kunst und Geschichte am Ökumenischen Domgymnasium Magdeburg.
Matthias Laabs ist Studienrat für die Fächer Kunst und Geographie am Gymnasium Querfurt und erhielt 2016 den Deutschen Lehrerpreis in der Kategorie Unterricht innovativ mit dem Projekt „Was braucht dieser Ort“.

Workshop 3
Halle – Madagaskar. Videobotschaften im interkulturellen Dialog
Delphine Bishop und Benjamin Schief
In Form von Smartphones tragen Schülerinnen und Schüler heute kompakte Filmstudios bei sich. Im Workshop werden Möglichkeiten gezeigt, diese bewusst einzusetzen, um Erfahrungen und Beobachtungen über Ländergrenzen hinweg zu teilen. So können im Kontext von Kunstunterricht neue Formate des kulturellen Austauschs erprobt werden.
Für den Workshop gibt es eine Kooperation mit „MIO e.V. – new ideas for cultural exchange“ und der aktuell in Madagaskar arbeitenden Filmemacherin Lina Zacher. Am Vormittag werden die Teilnehmenden Videobotschaften aus Madagaskar erhalten und daraufhin eigene Videobeiträge produzieren, um damit zu antworten. Anschließend werden verschiedene Möglichkeiten skizziert, wie sich diese Inhalte bearbeiten und teilen lassen. Die praktische Arbeit wird ergänzt durch Berichte von der Projektarbeit mit MIO e.V. sowie einer Vorstellung des Projektes „Luther-Trip Mansfeld“.
Bitte mitbringen: Smartphone/Tablet mit Kamerafunktion oder Digitalkamera, Ladegerät.
Delphine Bishop studierte Spiel- und Lerndesign an der BURG. Sie ist Initiatorin des Projektes MIO e.V. und erhielt dafür den Giebichenstein Designpreis 2015 in der Kategorie „Engagiertestes Anliegen“.
Benjamin Schief studierte Industrial Design an der BURG und ist seit 2012 aktiv am jährlich stattfindenden Werkleitz Festival für europäische Film- und Medienkunst in Halle (Saale) beteiligt.


Neu: 1-13 kunstpädagogische Begriffe

 

Die vorliegende Publikation „1 – 13 kunstpädagogische Begriffe“ hat weder den Anspruch eines Lexikons noch den einer Enzyklopädie. Es werden vereinzelte Knotenpunkte gesetzt, die jeweils auf ein größeres Netz hindeuten. Positionierungen und subjektive Sichtweisen sind gewollt.

Für die diesem Band zugrunde liegende Ringvorlesung „Kunstpädagogische Begriffe 1 – 9“ (Wintersemester 2014/15) und „Kunstpädagogische Begriffe 10 – 15“ (Sommersemester 2015) an der BURG wurden Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen gebeten, jeweils einen Begriff aus ihrem Forschungs- und Lehrgebiet näher zu untersuchen – von Können bis Subjekt, von Bildkompetenz bis Zeitgenossenschaft. Wo liegen die Wurzeln des jeweiligen Begriffes? Welches Theorieverständnis liegt ihm zugrunde? Was meint er heute? Was bedeutet der jeweilige Begriff im Kontext schulischer und außerschulischer kunstpädagogischer Praxis? Und was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich Fachlichkeit?

Alle Autorinnen und Autoren sind praktizierende Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen. Sie lehren an Kunsthochschulen, Universitäten oder Institutionen der Lehrerbildung. Sie vertreten durchaus unterschiedliche Positionen – und auch das war die Idee der Ringvorlesung. Denn wie kann eine Auswahl von Begriffen erfolgen? Wird nicht immer etwas ausgelassen? Auch durch eigene Vorlieben desjenigen, der die Auswahl trifft, durch Prägungen, Abneigungen, Ausblendungen, Misstrauen? Deutet die Auswahl womöglich schon auf eine bestimmte Vorstellung von Fachlichkeit hin? Oder müssen wir weiter denken, offener denken, da jeder Begriff neue Fragen aufwirft, zu weiteren Begriffen führt? Wird nicht in der Abgrenzung immer schon eine Diskussion provoziert, da jedem Begriff ein weiterer zur Seite gestellt werden könnte?

Schnell wird der Leserin oder dem Leser deutlich werden, dass es inhaltliche und methodische Schnittmengen gibt, dass eine historische Herleitung eine wichtige Rolle spielen kann und dass sich Bezugnahmen miteinander verweben. Die hier ausgewählten Begriffe bilden Knotenpunkte in einem lebendigen Diskurs, in einem erweiterbaren Netzwerk von Begriffen.

Begriffe

Bildkompetenz / Forschen / Ganzheitlichkeit / Haltung / Inklusion / Können / Kreativität / Künstlerische Bildung / Performativität / Selbstkonzept / Subjekt / Transkultur / Zeitgenossenschaft

Mit Beiträgen von

Barbara Bader, Andreas Brenne, Carl-Peter Buschkühle, Christine Heil, Annette Hermann, Johannes Kirschenmann, Marie-Luise Lange, Sabine Lenk, Methode Mandy, Torsten Meyer, Rolf Niehoff, Joachim Penzel, Ansgar Schnurr, Frank Schulz, Tanja Wetzel

Zur Reihe

Die Reihe Kunstpädagogische Knotenpunkte gibt Einblick in Lehre und Forschung der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die einzelnen Hefte beinhalten Texte und Dokumentationen von Studierenden und Lehrenden sowie Gastbeiträge von Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen. Sie sollen Impulse für Vermittlungspraxis und didaktische Überlegungen geben sowie theoretische Verknüpfungen herstellen.
Die Reihe wird herausgegeben von Sara Burkhardt und Antje Dudek.

Kunstpädagogische Knotenpunkte 02
1-13 Kunstpädagogische Begriffe

Verlag der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

ISBN
978-3-86019-125-5

Herausgeberinnen
Sara Burkhardt, Marie Newid

Redaktion und Lektorat
Sara Burkhardt, Antje Dudek, Marie Newid

Gestaltung
Franziska Stübgen

Format/Umfang
16 × 22,5 cm, 186 Seiten, farbige Abbildungen

Sprache
Deutsch

Preis
5 EUR, ermäßigt 3 EUR

Erscheinungsjahr
2017


Workshop+Seminar zur Ausstellung „Der unerledigte Gobelin“

Aufbau der Ausstellung (Inka Schottdorf: Vom Werden und Vergehen, 2015 © Inka Schottdorf). Foto: Sara Burkhardt

 

Die Ausstellung „Der unerledigte Gobelin“ präsentiert vom 13. Oktober bis 20. November 2016 in der BURG Galerie im Volkspark zeitgenössische Tapisserien, Jacquardgewebe, Stickereien, Wandmalereien, textile Plastiken, Videoarbeiten, Malerei und Zeichnungen der Klasse Malerei/Textile Künste von Prof. Ulrich Reimkasten.
In Auseinandersetzung mit den konkreten Arbeiten vor Ort entwickeln wir im Seminar ein Vermittlungsprogramm zur Ausstellung. Dies beinhaltet vor allem dialogische Sonntagsführungen und Angebote für Schulklassen. Das Textile als Medium, Technik und Material rückt ins Zentrum der Betrachtungen. Hinzu kommt eine Vielfalt an unterschiedlichen künstlerischen Fomen, die Tradition mit Zeitgenossenschaft verknüpfen. In der Auseinandersetzung mit den Arbeiten in der Ausstellung und in Gesprächen mit Studierenden der Klasse werden im Seminar Vermittlungsformate erfunden und praktisch erprobt, die der Hybridität und Transdisziplinarität der Arbeiten gerecht werden. In der zweiten Hälfte des Semesters werden die durchgeführten und dokumentierten Vermittlungssituationen kontextualisiert und diskutiert.

1. Termin (Workshop): Mi, 5. Oktober, 13-18 Uhr in der BURG Galerie im Volkspark
Da die Ausstellung bereits am 12. Oktober eröffnet wird, führe ich mit allen Teilnehmenden des Seminars am 5.10. einen Workshop in den Galerieräumen durch, um vor den Arbeiten erste Ideen für die Vermittlung zu entwickeln. Dies geschieht in Teilen gemeinsam mit Studierenden der Klasse Malerei/Textile Künste, um notwendiges Wissen zu erlangen, Fragen zu stellen und sich den Arbeiten im Dialog anzunähern.
Das Seminar richtet sich an BURG-Studierende der Studiengänge Kunst (Lehramt) und Kunstpädagogik (Diplom) im Hauptstudium. Anmeldung per Mail an sburkhardt(at)burg-halle.de


Rückblick in Bildern: KUNSTUNTERRICHT digital_vernetzt_mobil

KUNSTUNTERRICHT
digital_vernetzt_mobil

2.-3. September 2016
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)

Eine voranschreitende Digitalisierung des Alltags bringt kulturelle Phänomene hervor, die durch ortsunabhängige Verfügbarkeit von Daten, vernetztes Lernen und mobile Endgeräte geprägt sind. Im Unterricht haben Lernende wie Lehrende Zugriff auf Ausstattungen und Programme, die kollaborative Arbeitsweisen fördern und die Bewältigung komplexer Produktionsprozesse ermöglichen. Die Rezeption von Kunstwerken wird durch virtuelle Museumsrundgänge und der Digitalisierung von Sammlungen, die jederzeit online verfügbar sind, verändert. Dies wirft neue Fragen bezüglich Originalität, Kopie und Bildumgang auf. Die Produktion und fast zeitgleiche Verbreitung von fotografischen und filmischen Bildern mit dem Smartphone oder Tablet ist nun überall spontan möglich. Sie ist stark in der Lebenswelt Jugendlicher verankert, gewinnt im Alltag an Bedeutung und fordert eine visuelle Bildung in der Schule.
Was bedeutet dies für den Kunstunterricht?
Wie kann auf Basis solcher Phänomene Unterricht entwickelt und durchgeführt werden? Welche Möglichkeiten digitaler Endgeräte und Anwendungen eignen sich für handlungsorientiertes Arbeiten? Welche Aufgabenstellungen und Arbeitsformen erweisen sich als sinnvoll?
Auf der Tagung wird diesen Fragen mit Präsentationen von Unterrichtsbeispielen und in praxisorientierten Workshops nachgegangen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben so die Gelegenheit, digitale, vernetzte und mobile Arbeitsweisen mit Blick auf Kunstunterricht kennenzulernen und auszuprobieren.


Programm

2.09.2016
Ab 13:00 BURG Bibliothek: Eintreffen+Ankommen

14:00 Begrüßung

14:30 Eröffnungsvortrag
Digital vernetzte Lebenswelten — Die Schule als lernendes System.
Dr. Lars Zumbansen

15:30 Kaffeepause

16:00 Präsentation
Entdecken, Ordnen, Präsentieren — Digitales Sammeln als künstlerische Strategie
Carolin Wiese

16:30 Präsentation
How to do… Raumaneignung. Zwischen digital und analog
Robert Hausmann | Matthias Laabs

17:00 Präsentation
SINNE SMART SCHULEN
Christina Jendrzok | Dana Schällert | Julia Staatz

17:30 Präsentation
Filmisch denken. Visuelle Inszenierungen von Körpererfahrungen
Constanze Schmidt

18:00 Gemeinsamer Imbiss / Gespräche

3.09.2016
9:00 Villa Neuwerk: Eintreffen+Ankommen

09:30-12:00 Workshops 1-4 parallel

12:00-13:00 Mittagspause

13:00-15:30 Workshops 1-4 parallel

15:30 Abschlusspräsentationen mit Kaffee in der Villa


Präsentationen und Workshops

Workshop 1: Entdecken, Ordnen, Präsentieren — Digitales Sammeln als künstlerische Strategie
Carolin Wiese
Im Kunstunterricht bietet das Sammeln digitaler Artefakte vielseitige schülernahe Einsatzmöglichkeiten. So lässt sich zum Beispiel der Stadtraum durch thematische Fotosammlungen erforschen oder Schülergruppen produzieren collageartige Filme. Im Workshop werden verschiedene Formen des digitalen Sammelns praxisnah ausprobiert und diskutiert.

Workshop 2: How to do… Raumaneignung. Zwischen digital und analog
Robert Hausmann | Matthias Laabs
Der Workshop rückt die interaktive Aneignung von digital-analogen Räumen in den Mittelpunkt. Tradierte, analoge Denkmuster und Handlungen werden nicht als gegeben hingenommen, sondern hinterfragt. Schwerpunkte bilden verschiedene praktische Übungen, die ausgewählte Strategien der Raumaneignung aufgreifen. Zudem wird deren konkrete Übertragung in den Kunstunterricht mit digitalen Endgeräten in den Formaten Foto, Gif-Animation und Tutorial fokussiert.

Workshop 3: SINNE SMART SCHULEN
Christina Jendrzok | Julia Staatz
Das Unterrichtsvorhaben „SINNEseindrücke mit dem SMARTphone in Rundgängen an SCHULEN verbildlichen“ artikuliert den ersten Arbeitsschwerpunkt des Workshops: Es geht darum, ausgehend von Wahrnehmungsaufträgen auf einem Rundgang (hier exemplarisch über das Gelände des Campus Design der Hochschule) primäre Sinneseindrücke zu sammeln. Diese sollen dann mit dem Smartphone dokumentiert werden. Die experimentelle Verbildlichung der Eindrücke durch künstlerische Verdichtung mithilfe von Apps stellt einen zweiten Arbeitsschwerpunkt dar.

Workshop 4: Filmisch denken. Visuelle Inszenierungen von Körpererfahrungen
Constanze Schmidt
Körperliche Empfindungen als „das Persönlichste, das Allernächste“ bieten die Chance einer sehr subjektiven Visualisierung: Im Workshop nutzen wir die Mobilität und den subjektiven Gestus der Handykamera, um eigene filmische Übersetzungen für Körperzustände wie z.B. Verliebtsein oder Panik zu finden. In der Montage des Materials wird erprobt, wie wir für Betrachtende der Videos die ursprüngliche Erfahrung nachvollziehbar gestalten, um sie an der Filmhandlung teilhaben zu lassen.


Referentinnen und Referenten

Robert Hausmann (*1986), Lehrkraft im Vorbereitungsdienst für die Fächer Kunst und Geschichte am Ökumenischen Domgymnasium Magdeburg | 2007–2014 Studium der Kunstpädagogik und Geschichte an der TU Dresden | 2010/11 kiss-Stipendiat der Siemens-Stiftung | 2011 Medienpädagogischer Preis des Landes Sachsen für das Projekt „Processing2010. Cultural Hacking und Kunstunterricht 2.0“ mit Matthias Laabs | 2015 wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kunst und ihre Didaktik (Prof. Dr. Torsten Meyer), Universität zu Köln. | r.hausmann(at)domschulen-magdeburg.de

Christina Jendrzok (*1989), Referendarin für Kunst und Geschichte am Studienseminar Salzgitter (Gymnasiallehramt), Christian-von-Dohm-Gymnasium Goslar. I 2008 Abitur am Europagymnasium Thale I 2008 – 2015 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | christina_jendrzok(at)t-online.de

Matthias Laabs (*1982), Studienrat am Luisen-Gymnasium in Hamburg | Studium der Kunstpädagogik und Geografie an der Technischen Universität Dresden und der Universidad de Sevilla | 2010 kiss-Stipendiat der Siemens-Stiftung | 2011 Medienpädagogischer Preis des Landes Sachsen für das Projekt „Processing2010. Cultural Hacking und Kunstunterricht 2.0“ mit Robert Hausmann | 2011-13 Studienreferendar am Sächsischen Landesgymnasium für Musik Dresden | m.laabs(at)luinet.de

Constanze Schmidt (*1975): Studienrätin für Kunst und Theater am Gymnasium Grootmoor in Hamburg |  Stipendiatin im künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkolleg Performing Citizenship der Institutionen HafenCity Universität, K3 – Zentrum für Choreografie, FUNDUSTHEATER/Forschungstheater, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | Studium Kunst, Germanistik, Darstellendes Spiel (Lehramt Gymnasium) | Meisterschülerin im Bereich Videoinstallation | constanzeschmidt(at)hotmail.com

Julia Staatz (*1989), Referendarin für Deutsch und Kunst am Studienseminar Salzgitter (Gymnasiallehramt), Werner-von-Siemens-Gymnasium Bad Harzburg. I 2008 Abitur am Gymnasium Oschersleben I 2008-2009 FSJ St. Josef Haus Halberstadt I 2009- 2015 Studium an der Universität Leipzig

Carolin Wiese (*1984), Studienrätin am Ratsgymnasium Minden und abgeordnete Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Bielefeld | Jungstudentin an der HMTM Hannover | Studium Kunst und Musik (Höheres Lehramt) in Oldenburg | 2010-2014 Studienrätin am Görres Gymnasium Düsseldorf | WiSe 2013/2014 Lehrbeauftragte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg | carolin.wiese(at)uni-bielefeld.de

Lars Zumbansen (*1977), Dr. phil.: Oberstudienrat für Kunst und Deutsch am Gymnasium Harsewinkel | Studium der Germanistik, Kunst und Erziehungswissenschaft | 2005-2007 wissenschaftlicher Assistent und seit 2008 Lehrbeauftragter im Fach Kunst an der Universität Paderborn | 2008 Promotion über die ästhetischen Kodes und konsumkulturellen Wertkonzepte in Bildschirmspielen | schulischer Ausbildungsbeauftragter für die Referendarsausbildung und Koordinator für kulturelle Schulentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit | Mitherausgeber der Fachzeitschrift Kunst+Unterricht | lzum(at)gym-hsw.de

Veranstalter
Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
in Kooperation mit dem Medienreferat des BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik und dem BDK e.V. – Landesverband Sachsen-Anhalt

Konzeption und Moderation
Prof. Dr. Sara Burkhardt | Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | kupaed@burg-halle.de
Klaus Küchmeister | Medienreferent des BDK e.V.
Verona Petermann | Medienreferentin des BDK e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt

Die Veranstaltung wird als Fortbildung für Lehrer/-innen in Sachsen-Anhalt unter der Nummer WT 2016-021-03 geführt (Ergänzungsangebot ohne Kostenerstattung). Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei und Sie erhalten eine Teilnahmebestätigung.


Noch bis zum 21.08. anmelden: KUNSTUNTERRICHT digital_vernetzt_mobil

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Tagung und Fortbildung für Kunstlehrer/-innen
2.-3. September 2016
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)

Eine voranschreitende Digitalisierung des Alltags bringt kulturelle Phänomene hervor, die durch ortsunabhängige Verfügbarkeit von Daten, vernetztes Lernen und mobile Endgeräte geprägt sind. Im Unterricht haben Lernende wie Lehrende Zugriff auf Ausstattungen und Programme, die kollaborative Arbeitsweisen fördern und die Bewältigung komplexer Produktionsprozesse ermöglichen. Die Rezeption von Kunstwerken wird durch virtuelle Museumsrundgänge und der Digitalisierung von Sammlungen, die jederzeit online verfügbar sind, verändert. Dies wirft neue Fragen bezüglich Originalität, Kopie und Bildumgang auf. Die Produktion und fast zeitgleiche Verbreitung von fotografischen und filmischen Bildern mit dem Smartphone oder Tablet ist nun überall spontan möglich. Sie ist stark in der Lebenswelt Jugendlicher verankert, gewinnt im Alltag an Bedeutung und fordert eine visuelle Bildung in der Schule.
Was bedeutet dies für Kunstunterricht?
Wie kann auf Basis solcher Phänomene Unterricht entwickelt und durchgeführt werden? Welche Möglichkeiten digitaler Endgeräte und Anwendungen eignen sich für handlungsorientiertes Arbeiten? Welche Aufgabenstellungen und Arbeitsformen erweisen sich als sinnvoll?
Auf der Tagung wird diesen Fragen mit Präsentationen von Unterrichtsbeispielen und in praxisorientierten Workshops nachgegangen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben so die Gelegenheit, digitale, vernetzte und mobile Arbeitsweisen mit Blick auf Kunstunterricht kennenzulernen und auszuprobieren.

Veranstalter
Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der BURG
in Kooperation mit dem Medienreferat des BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik
und dem BDK e.V. – Landesverband Sachsen-Anhalt

Konzeption und Moderation
Prof. Dr. Sara Burkhardt | Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Klaus Küchmeister | Medienreferent des BDK e.V.
Verona Petermann | Medienreferentin des BDK e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt

Kontakt: kupaed@burg-halle.de

Programm und Anmeldung
https://bdk-sachsen-anhalt.info/veranstaltungen/


Stellungnahme zum Entwurf

fachlehrplan

 

Der Entwurf des neuen Fachlehrplans Kunsterziehung für Sachsen-Anhalt wurde in einem Anhörungsverfahren öffentlich zur Diskussion gestellt. Die folgende Stellungnahme der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wurde zum 15.04. an das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt gesandt.


Stellungnahme zum Entwurf des neuen „Fachlehrplans Gymnasium Kunsterziehung“ für Sachsen-Anhalt

1. Bildung und Erziehung im Fach: Zur Bezeichnung des Faches

Im neuen Fachlehrplan wird das Schulfach mit „Kunsterziehung“ bezeichnet.
Im Grundsatztext (S. 2-10) ist jedoch meist von „Bildung“ die Rede. Es geht um eine „ästhetische Grundbildung“ (S. 2), die „Erschließung und Erarbeitung von Bildern“ (S. 2), die Entwicklung von „Bildkompetenz“ (S. 2), das „Entdecken, Hinterfragen und Positionieren“ (S. 2), „innovative(s) Denken und Handeln“ (S. 2), „wissenschaftliche Arbeitsmethoden“, usw. Die Eigentätigkeit des sich bildenden Lernenden sowie eine kognitive wie auch emanzipatorische Komponente ist hier angelegt, so dass es im Fach Kunst über „Erziehung“ hinaus gehen sollte, wenn auch „Erziehung“ sicherlich ein Teil des Kunstunterrichts sein mag.

Es handelt sich bei „Kunsterziehung“ zudem um einen historischen Begriff. Inzwischen wird die übergreifende wissenschaftliche Disziplin als „Kunstpädagogik“ bezeichnet, das Schulfach heißt in den meisten Bundesländern „Kunst“ oder „Bildende Kunst“. Es liegt daher nahe, das Schulfach auch in Sachsen-Anhalt mit „Kunst“ zu bezeichnen.

Seit dem 1.10.2015 studieren alle neu immatrikulierten Studierenden für das Lehramt Gymnasium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle „Kunst (Lehramt an Gymnasien)“ und nicht mehr „Kunsterziehung“. Der Studiengang „Kunsterziehung“ wurde umbenannt, um an der BURG mit einer klaren und überregional verständlichen Begrifflichkeit zu agieren. Das Schulfach heißt „Kunst“ und auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werden die Studiengänge des Lehramts in entsprechender Form benannt.

Der Landesverband Sachsen-Anhalt des BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik hat sich bei seiner letzten Mitgliederversammlung im Februar 2016 ebenfalls einstimmig für eine Änderung der Bezeichnung des Faches ausgesprochen.


2. Entwicklung Fachbezogener Kompetenzen: Zum Bildbegriff und zum Kompetenzbegriff

Im Fachlehrplan wird von einem Bildbegriff ausgegangen, der recht eng gefasst erscheint.
Der Bildbegriff wird zwar wie folgt beschrieben: „Der Begriff Bild wird verstanden als umfassender Begriff für zwei- und dreidimensionale Objekte in Fläche und Raum, visuell geprägte Informationen sowie Prozesse visueller Erfahrungen.“ (S. 4). Diese in der Definition angelegte Offenheit wird in Folge (Jahrgangsstufen) jedoch nicht durchgehalten.
Bei prozessorientierten künstlerischen Arbeiten geht es nicht lediglich um Erfahrungen sondern auch um konkrete Handlungs- und Produktionsweisen. Zunehmend spielt Sound in künstlerischen Arbeiten eine Rolle und digitale Medien wirken mit traditionellen bildkünstlerischen Gattungen im Crossover. Gegenstand des Kunstunterrichts sollten somit auch zeitbasierte/audiovisuelle künstlerische Arbeiten sowie raumorientierte Darstellungen sein, die nicht unbedingt objekthaft sein müssen (z.B. Lichtinstallationen, Performances, mediale Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum mit Aufführungscharakter).

Im Fachlehrplan erfolgt eine Einteilung in Kompetenzbereiche (S. 4). Es wird im Text deutlich formuliert, dass die Kompetenzbereiche „Wahrnehmen und Empfinden“, „Entwickeln und Gestalten“ sowie „Reflektieren und Präsentieren“ miteinander verzahnt sein müssen. Die Grafik (S. 5) ist insofern irreführend, als dass sie suggeriert, dass die drei Kompetenzbereiche voneinander unabhängig wie Puzzlestücke zusammengesetzt werden. Dabei ist zumindest Reflexion etwas, was sich durch alle Bereiche ziehen sollte, denn ohne Reflexion sind weder Produktion noch Rezeption sinnvoll in Unterrichtsprozesse einzubetten. Erst durch die Reflexion werden Erfahrungen und Erlebnisse ein „zentrales emanzipatorisches Element in einer medial bestimmten Welt“ (S. 5) — dies geschieht nicht automatisch. Diese Vernetzung der Fähigkeiten und Fertigkeiten im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung könnte besser verdeutlicht werden. Hier gehören auch Aspekte wie die Gestaltung von Lernumgebungen, die Dokumentation von Lernprozessen, wie auch deren Transparenz bzw. die Reflexion von Lernwegen und Lernzuwachs durch die Schülerinnen und Schüler.
Die Ausführungen zur Arbeit mit digitalen Technologien (S. 9) wirken sehr konkret – hier wären offenere Formulierungen möglich, um einem zu schnellen „überholt sein“ entgegen zu wirken. Zudem ist der Begriff „Medienkunst“ hier nicht stimmig, es gibt durchaus mediale Kunstformen, die auch ohne „digitale Endgeräte“ (S. 9) erfahrbar sind — auch haptische Erfahrungen sind in diesem Kontext möglich. Auch kann es in diesem Bereich nicht nur um die Werkzeuge und Formen der Präsentationen gehen, eine Reflexion von aktuellen Technologien und Medienkulturen ist unabdingbar.
Die Bildauswahl erfolgt meist durch den Lehrenden (S. 10), doch werden auch zunehmende die Bildwelten der Schülerinnen und Schüler in den Kunstunterricht integriert, als Teil ihrer Lebenswelt. Die „grundlegende künstlerische, kunstgeschichtliche und kunsttheoretische Relevanz“ reicht demnach als Kriterium bei der Bildauswahl nicht aus. Wer bestimmt diese? Wie ist die Relevanz nachweisbar? Und was ist mit Bildern der Alltagskultur, des Design, der aktuellen Medienkultur, der Jugendkultur? Fallen diese heraus?

3. Kompetenzentwicklung in den Schuljahrgängen: Zu Struktur und Inhalten

Die Übersicht über die Kompetenzentwicklung (S. 11) enthält eine Reihe so genannter „Kompetenzschwerpunkte“. Hier verschieben sich in der Ausarbeitung zum Teil Ebenen, manche Schwerpunkte erscheinen sehr konkret (z.B. „Objekt und Verpackung untersuchen und gestelten“, „Werbung und Meinungsbilder analysieren und entwickeln“), andere Schwerpunkte wirken ungenau voneinander abgegrenzt (z.B. „Raum und Zeit“: „Erlebnisräume“ – „Aktionsräume“ – „Szenenräume“).
„Kompetenzschwerpunkte“ erscheint hier und in Folge als ein irreführender Begriff. Zwar werden immer wieder Verben verwendet, die eine Kompetenzorientierung suggerieren, doch erfolgt eine thematische Limitierung, die dann unter dem Punkt „Wissensbestände“ neu aufgegriffen wird. Die Idee der Kompetenzorientierung ist doch, dass zu erwerbende Kompetenzen formuliert werden, die dann als Ausgangspunkt für die Auswahl geeigneter Inhalte funktionieren. Diese schließen eine Lebensweltorientierung und die Schaffung von möglichst authentischen Kontexten ein, die ein selbsttätiges und handelndes Lernen ermöglichen. Hierzu gehören auch Ortswechsel, experimentelle Settings wie z.B. Lernen durch Lehren, Erprobung von Differenzierungsmöglichkeiten oder die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in Unterrichtsplanung und Beurteilungsprozesse.

Die Tabellen zu den unterschiedlichen Jahrgängen (S. 12 -33) bergen meines Erachtens ein grundsätzliches Problem. Die Einteilung in „Kompetenzschwerpunkte“ und „Grundlegende Wissensbestände“ in der vorliegenden Tabellenform dürfte Leserinnen und Leser irritieren und das Verständnis erschweren. Natürlich bedarf es zur Entwicklung von Kompetenzen auch des Aufbaus von Wissen. Nur lässt sich beides nicht voneinander trennen, wie es die tabellarische Form suggeriert. Wenn Lernen als ein konstruktiver Prozess verstanden wird, dann haben wir nicht auf der einen Seite die zu erwerbenden Kompetenzen und auf der anderen Seite die Wissensbestände, die man braucht, um diese Kompetenzen zu bilden. So könnten die Tabellen aber gelesen werden. Es bräuchte also eigentlich einer Anleitung, wie eine Lehrerin oder ein Lehrer mit diesen Tabellen umgehen soll – um Missverständnisse zu vermeiden. Denn sonst könnte es dazu führen, dass der Leser oder die Leserin denkt, die Kompetenzen entwickeln sich automatisch, wenn die „Grundlegenden Wissensbestände“ vermittelt wurden. Hier müsste deutlich werden, dass die Vermittlung von Wissen mit der Anwendung von Wissen verbunden sein muss. Lehrende sollten sich fragen, mit welchen Inhalten, welchen Arbeitstechniken, Methoden, Aufgabenstellungen, Sozialformen etc die jeweils genannten Kompetenzen erlangt werden können. Zudem müsste den Lehrenden vermittelt werden, welche Bereiche verpflichtend sind (es ist ja kein „Rahmenplan“ sondern ein „Lehrplan“) und welche frei wählbar bzw. durch Kollegien und Individuen anpassbar sind.
Eine andere Einteilung und Bezeichnung würde hier schon helfen. Zu oft werden die Ebenen gewechselt, offene Anregungen wechseln mit engen Vorgaben ab (z.B. „Land Art“ als grundlegender Wissensbestand auf S. 13). Auch „Arbeitstechniken“ finden Eingang in Wissensbestände — dabei handelt es sich doch meist um konkrete Fertigkeiten oder Fähigkeiten (z.B. schreiben, zeichnen, entwerfen, …).  Mein Eindruck ist, dass der Begriff „Kunsttheorie“ in den Tabellen falsch verwendet wird. Er  bezeichnet im allgemeinen die Diskussion des zeitgenössischen Kunstbegriffs, in den
Tabellen ist aber m. E. etwas anderes gemeint (Fachbegriffe, fachspezifische Grundlagen, Gestaltungsmittel?).
Unter „Kunstgeschichte“ werden zudem Wissensbestände aufgeführt, die eher unter Architektur- oder Designgeschichte gefasst werden sollten (z.B. S. 15: „Form und Funktion
von Alltagsgegenständen und Verpackungen). Auffällig ist, dass mitunter Kompetenzen sehr konkret werden und schon Arbeitsweisen oder Anforderungen beinhalten (z.B. S. 18: „einfache und konstruierte Raumdarstellungen in Bildern erkennen und hinsichtlich der Raumillusion beschreiben“ oder „den eigenen künstlerischen Arbeitsprozess in Abhängigkeit von einer Aufgabenstellung dokumentieren und darstellen (z.B. Portfolio, Skizzenbuch)).
Häufig suggerieren aber auch die Kompetenzen eine Weite und Flexibilität, die dann anhand der „Grundlegenden Wissensbestände“ reduziert wird (z.B. S. 21: „Erlebnisraum“ klingt weit, wird dann aber auf „Geschichte des Profanbaus“ bzw. auf „autonome Plastik“ reduziert, obwohl gerade hier mediale Installationen/Räume anregend wirken könnten. „Zeit“ spielt bei den grundlegenden Wissensbeständen keine Rolle.). Auch verstecken sich häufig in den Kompetenzen und Wissensbeständen Themenbereiche, die in der Überschrift anders oder gar nicht genannt werden (S. 21: „Raum und Zeit—Erlebnisräume konzipieren und gestalten“ = Plastik und Architektur?; S. 22: „Individuum und Kultur — Bild im Aufbruch interpretieren und für eigene Ausdrucksformen experimentell nutzen“ = Klassische Moderne?; „Raum und Zeit — Aktionsräume erschließen und Aktionsformen umsetzen“ = Aktionskunst/Theater?; usw.).

Das dem Lehrplan offenbar zugrunde liegende Spiralcurriculum wird nicht deutlich. Einführungen und Vertiefungen müssten voneinander abgegrenzt werden, sonst entsteht der Eindruck, die Lernenden werden z.B. erst in der 10. Klasse mit „Bild und Zitat“ oder „Visualisierungsmethoden“ (S. 26) konfrontiert und aktuelle Kunst spiele erst in der Oberstufe eine Rolle. Auffällig ist auch eine starke Konzentration auf die Gestaltung auf der Fläche, Raum- und Prozessorientierung werden zwar genannt, aber nicht konkretisiert.
Auch forschendes Lernen, aktuelle Ansätze der Kunstvermittlung oder künstlerische Prozesse jenseits eines doch gerade in der Kursstruktur der Oberstufe eng erscheinenden Bildbegriffs finden keine Erwähnung. Gerade hier ist auffällig, dass es um sehr zielorientierte gestalterische Verfahren geht, Experimente und Erprobungen künstlerischer Herangehensweisen sind scheinbar nicht vorgesehen. Hier wird Potenzial für einen zeitgemäßen und zukunftsorientierten Unterricht vergeben, der auf der anderen Seite in der Lehrerbildung in Studium und zweiter Phase gefördert und gefordert wird.

Ich wäre erfreut, wenn die genannten Anmerkungen zur Kenntnis genommen würden und möglicherweise bei einer Überarbeitung Berücksichtigung fänden.

Mit freundlichen Grüßen
Sara Burkhardt

Prof. Dr. Sara Burkhardt
Didaktik der bildenden Kunst
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle


Einladung zur Diskussion des neuen Fachlehrplans Gymnasium

stuehle

Der neue „Fachlehrplan Gymnasium / Kunsterziehung“ für Sachsen-Anhalt ist veröffentlicht und befindet sich im Diskussionsprozess. Ein Grundsatzband „Kompetenzentwicklung und Unterrichtsqualität“ gehört außerdem dazu, welcher beschreibt, was unter Kompetenzorientierung zu verstehen ist.
Grundsätzlicher Konsens der Jahresversammlung des BDK Sachsen-Anhalt war, dass der Begriff „Kunsterziehung” nicht mehr zeitgemäß ist. Der Landesverband plädiert daher für die Fachbezeichnung „Kunst” – an der Kunsthochschule wurde der Studiengang bereits umbenannt.

Am Donnerstag, dem 31. März, um 17 Uhr lädt der Landesverband Sachsen-Anhalt des BDK e.V. in Kooperation mit der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zu einer offenen Diskussion des neuen Fachlehrplans ein:

Wie ist der neue Lehrplan in den Fachschaften angekommen? Was gefällt Ihnen? Fehlt etwas? Bleiben Begriffe unklar? Müssten Aspekte genauer formuliert sein?

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Kunstdidaktik der BURG im 1. OG des Hermes-Gebäudes, Hermesstraße 5 in Halle (Saale) statt.
Alle interessierten Lehrer/-innen, Referendar/-innen und Student/-innen sind herzlich willkommen!

Hier der Link zum Fachlehrplan: http://www.bildung-lsa.de/pool/RRL_Lehrplaene/Fachlehrplan_Gymnasium/flp_kunst_gym_anh_220116.pdf
und zum Grundsatzband: http://www.bildung-lsa.de/pool/RRL_Lehrplaene/Erprobung/Gymnasium/GSB_Gym_LT.pdf