In Halle in die Oper gehen. Auch in Zukunft.

Ich mag diese Oper. Ich mag die Zumutungen, die Überraschungen, die Grenzüberschreitungen. Ich freue mich über die wunderbare musikalische Leistung der Staatskapelle und die hervorragenden Sängerinnen und Sänger, Ensemble und Chor. Mit der Wahl von Florian Lutz zum Intendanten der Oper hat sich der Aufsichtrat der TOOH für ein innovatives und diskursives Programm eines Teams entschieden. 
Mit künstlerischer Vision und Leidenschaft wird in Halle seit 2016 an einer Oper der Gegenwart gearbeitet, die sich in einem intensivem Austausch mit den Menschen der Stadt und der Region befindet und die mit einem vielfältigen Angebot auf eine sich wandelnde Stadtgesellschaft reagiert. Hierzu gehören experimentelle Formate genauso wie Inszenierungen für das breite Publikum und erstklassige Gastspiele.

Diese Oper besitzt überregionale Strahlkraft und sie sollte diese aufgrund ihrer künstlerischen Qualität und ihres Auslotens von Möglichkeiten weiter ausbauen können. Eine zu frühe Entscheidung des Aufsichtsrates über einen personellen Wechsel in der Opernleitung könnte einen Rückschritt bedeuten und Chancen vergeben. Die Raumbühne ist nicht nur ein spektakuläres Experiment, Sebastian Hannak erhielt für sein Konzept 2017 auch den renommierten Deutschen Theaterpreis „Der Faust“.  Im September 2018 schrieb „Die Zeit“, dass die Oper Halle „eines der aufregendsten Musiktheaterhäuser Deutschlands“ sei. Und bei der Jahresbilanz der Autorinnen und Autoren der DEUTSCHEN BÜHNE wurde die Oper Halle in der Kategorie „Abseits der Zentren“ erstplatziert. Joachim Lange schreibt: „Auch im zweiten Jahr seiner Intendanz setzten Florian Lutz und sein Team an der Oper Halle den Erneuerungskurs fort. Dazu gehören gegenwartsbezogene und ästhetisch ungewöhnliche Sichtweisen auf Repertoirestücke bis zur wiederentdeckten Händel-Oper, eine jährliche Uraufführung, kleinere Formen, die Zusammenarbeit mit dem Schauspiel vor Ort (,Dreigroschenoper‘) und eine konsequente Hinwendung zu allen Gruppen des Publikums. Und das trotz anhaltender Konflikte mit den installierten Strukturen.“

Das Operncafé hat das Potenzial, zu einem offenen Wohnzimmer der Hallenserinnen und Hallenser zu werden. Es ist ein Treffpunkt, ein Ort der Diskussion und des Austausches, Ausstellungsraum und Bühne für Gäste und Opernmacher/-innen zugleich.
Bei einer Diskussionsveranstaltung in der Oper wurde 2017 gefragt „Welche Oper braucht Halle?“. Eine gute Frage, die gerne immer wieder gestellt werden kann – und auf die immer wieder gemeinsam neue Antworten gefunden werden können. Der Saal war voll, das Publikum engagiert in Lob und Kritik. Eine wunderbar lebendige Diskussion, die konkrete Änderungen zur Folge hatte, ein konstruktiver Austausch zwischen Opernleitung und Publikum. Die Oper zeigte sich als eine Institution, die in der Stadt verankert ist, die sich auf Wünsche einlässt, aber auch Setzungen macht und durchaus provozieren kann und soll.

Die Oper Halle ist seit 2018 fester Kooperationspartner der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, diverse gemeinsame Aktivitäten zielen darauf, auch ein junges Publikum in die Oper zu bringen. Die traditionsreichen Kulturinstitutionen, die in Halle, aber jeweils auch weit darüber hinaus wirken, können auf diese Weise intensiv Fragen aus Theorie und Praxis ideal miteinander verbinden und für Publikum sowie Forschung und Lehre sichtbar machen.

Die Intendanten von Opern- und Theaterhäusern müssen souverän entscheiden können, sie sind allein verantwortlich für künstlerische Entscheidungen. Das führt natürlich zu Diskussionen – und das ist gut so. Kunst und Kultur bedeutet Reibung. Florian Lutz und sein Team an der Oper Halle sollten die Chance erhalten, ihre begonnene Arbeit weiter zu führen. Dies gilt auch für Matthias Brenner, den künstlerischen Leiter des neuen theaters und des Thalia Theaters. Die Arbeit aller Beteiligten benötigt Zeit und größtmögliche Gestaltungsfreiheit. Kulturelle Insitutionen werden, sie sind nicht. Wandel schmerzt, bedarf aber auch der Diskussion und produktiver Weiterentwicklungen. Diese gilt es zu begleiten, anstatt sie über einen zu frühen Personalwechsel zu stoppen.

Nachtrag
Am 22. Februar hat der Aufsichtsrat der TOOH beschlossen, den Vertrag des Opernintendanten Florian Lutz nicht zu verlängern, so dass er spätestens 2021 gehen muss. Die Stimmung bei der gestrigen Premiere von „Ariadne auf Naxos“ in einer Inszenierung von Paul-Georg Dietrich war entsprechend durchbrochen – Jubel für die hervorragende Aufführung, traurige Benommenheit und Wut aufgrund der negativen Nachricht, die kurz vor der Premiere öffentlich wurde.

 


Jour Fixe: Zwischen allen Stühlen

Foto: Sara Burkhardt

Am 3. Juli 2018, 18 Uhr spricht Lars Ebert, Programmdirektor der Amsterdamer Kulturstiftung Castrum Peregrini, im Rahmen des Jour Fixe an der BURG über seine Arbeit und zeigt anhand des Begriffes der Partizipation die Spannungen zwischen internationaler und lokaler Vernetzung auf.

Privat oder öffentlich? Lokal oder international? Bildung, Kunst oder Forschung? Lars Ebert lebt und arbeitet zwischen den Bereichen. Als Programmdirektor der Kulturstiftung Castrum Peregrini arbeitet er mit Künstler/-innen und Wissenschaftler/-innen zusammen, die versuchen, das kulturelle Gedächtnis unserer Gesellschaft zu befragen. Das Stiftungsgebäude ist auch das Zuhause von Lars Ebert, das private und das öffentliche Wirken fließen hier ineinander.

Diese lokale Perspektive steht in einem Spannungsverhältnis zu seiner Arbeit im Netzwerk ELIA – European League of Institutes of the Arts, in dem sich Kunsthochschulen international organisieren. Dieses Spannungsverhältnis bietet Chancen. Lars Ebert zeigt am Beispiel des Projektes European Academy of Participation auf, wie die Zusammenarbeit von Kultur- und Bildungsinstitutionen auf internationaler Ebene überraschende Perspektiven schaffen kann.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 3. Juli 2018 um 18 Uhr im Seminarraum in der Burg Bibliothek, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale) statt. Gäste sind willkommen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Interdisziplinäres Forum: Zur Materialität des Lernens

4 – Papier

19. April 2018, 16-18 Uhr
Materialsammlung der BURG
Bibliothek, Campus Design, Neuwerk 7

Wir beginnen mit einer Einführung in die Materialsammlung. Im Mittelpunkt steht dann ein ganz besonderes Papier. Nach einer gemeinsamen didaktischen Reflexion wird Prof. Dr. Sara Burkhardt eine Unterrichtssituation zur Diskussion stellen.

Wir laden Kolleginnen und Kollegen sowie Studierende aller Lehrämter und Fachrichtungen sehr herzlich zum interdisziplinären Diskurs ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Veranstaltungsreihe:

Hohe Anteile des Unterrichts in vielen Fächern und in allen Altersstufen bestehen aus der Arbeit mit Materialien unterschiedlicher Art, wie beispielsweise die Freiarbeit mit Lernmaterialien, die Durchführung von Experimenten im Physikunterricht, Materialerkundungen im Kunstunterricht oder die Gestaltung von Präsentationen. In all diese Schülertätigkeiten sind Objekte einbezogen – entweder in didaktischer Funktion oder in ihrer unmittelbaren Materialität im Kontext des Handelns von Schülerinnen und Schülern.
Die Unterrichtsforschung und auch die fallorientierte kasuistische Lehrerbildung beziehen sich allerdings bislang meistens auf die Analyse von Interaktionen zwischen Lehrpersonen und Schüler/-innen. Bei den Daten handelt es sich in der Regel um Verbaldaten und beim Untersuchungsgegenstand um sprachliche Interaktion. Mit einem solchen Analysefokus geraten materialorientierte Formen des Lehrens und Lernens weniger in den Blick. In jüngster Zeit gibt es in der qualitativen Unterrichtsforschung aber eine neue Aufmerksamkeit für die „Dinge des Wissens“ (Röhl 2013) und die „Materialität des Lernens“ (z.B. ZISU 2015). Daran will diese Veranstaltungsreihe anschließen und nach der Bedeutung von Objekten, Dingen und Materialität im Kontext von Unterricht fragen.
Vor dem Hintergrund verschiedener Fachdidaktiken werden jeweils ein spezifisches (Lern-)Objekt und dazu gehörige Beobachtungen aus dem Unterricht in den Mittelpunkt gestellt. Nach einem Input zu dem jeweiligen Objekt im Unterrichtskontext gilt die gemeinsame Reflexion der Erschließung des spezifischen didaktischen oder auch pädagogischen Potenzials dieses Objektes. In dieser Weise kann – durchaus im Sinne kasuistischen Lernens und Forschens – allgemein und interdisziplinär über eine Materialität des Lernens nachgedacht werden.

Aktuelles zum Forum: http://www.burg-halle.de/materialforum

Eine Veranstaltungsreihe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Verantwortlich:

Prof. Dr. Georg Breidenstein
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Erziehungswissenschaft

Prof. Dr. Sara Burkhardt
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Didaktik der bildenden Kunst

Prof. Dr. Thorid Rabe
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Didaktik der Physik

Miriam Schöps
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, KALEI, Team Lernwerkstatt


KpK. Kunstpädagogisches Kolloquium

Mittwoch, 17. Januar 2018
10.15-11.45 Uhr
Hermes, Seminarraum 1. Etage

Kunstprojekte am Neuen Städtischen Gymnasium

Studierende der Kunstpädagogik stellen Konzepte vor, die sie in Workshops im Rahmen der Kunstmodule am Neuen Städtischen Gymnasium in Halle erprobt haben. Sie berichten von der praktischen Umsetzung und ihren Erfahrungen mit Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen. Im anschließenden gemeinsamen Gespräch sollen Fragen, Probleme und Erkenntnisse thematisiert und diskutiert werden.

Alle Studierenden sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

KpK. Kunstpädagogisches Kolloquium

Wir laden alle Studierenden der kunstpädagogischen Studiengänge zum Kolloquium ein. Im Prozess befindliche Abschlussarbeiten mit kunstdidaktischem Schwerpunkt werden hier präsentiert und diskutiert. Im produktiven Austausch über kunstpädagogische Fragestellungen schärfen Präsentierende ihre Methoden, Ansätze und Fragen. Die anderen Teilnehmenden gewinnen Einblicke in den Arbeitsprozess und wir tauschen uns über Methoden wissenschaftlichen Arbeitens aus.


Jour Fixe: SINOP!


Jour Fixe am 26.04.2016, 18 Uhr // Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Johanna Reiner & Johannes Hoffmann
SINOP!

Johanna Reiner & Johannes Hoffmann sprechen über die türkische Hafenstadt Sinop und die Projekte, die sie dort realisiert haben. Außerdem zeigen sie ihren Dokumentarfilm, der im Rahmen eines „Eintagsmuseums“ in Sinop gedreht wurde. Verschiedene Menschen sprechen im Film unter anderem über die U.S.-Militär-Basis, über Migration, urbane Ökonomie und die Geschichte und Zukunft des ehemaligen Gefängnisses.
Das Wiener Künstlerduo arbeitet mit türkischen Künstler/-innen und Kurator/-innen zusammen, z.B. im Rahmen der internationalen Kunstbiennale SINOPALE oder bei Projekten zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Hier gibt es Schnittstellen zur BURG, die ebenfalls an der SINOPALE und an einem Forschungsprojekt in diesem Sommer in Sinop beteiligt ist.
Diese Projekte fördern die Entwicklung einer Stadt, die sozial und ökonomisch unter Vernachlässigung durch die Zentralregierung und wirtschaftlicher Stagnation leidet. Durch langfristig angelegte kulturelle Impulse entstand in den letzten Jahren eine Spielwiese für kreative Stadtentwicklung und soziales Engagement. Bürgerinnen und Bürger werden so aktiviert, Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt zu übernehmen.

Die Veranstaltung ist hochschulöffentlich und findet in der Villa, Raum 103/104, Neuwerk 7 statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Johanna Reiner ist bildende Künstlerin. Seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien beschäftigt sie sich mit Fragen von Kollaboration, Partizipation und Communitybuilding. Sie realisiert künstlerische Projekte im Bereich von Bildung, in/formellem Wissenstransfer, Urbanismus und öffentlichem Raum.
http://johannareiner.at 



Johannes Hoffmann ist Künstler und Designer. Er studierte ebenso an der Akademie der bildenden Künste, wo er seit 2003 im Fachbereich Holz unterrichtet. Seine Arbeiten umfassen urbane Möblierungen, Raumdesign und 1:1 Umsetzungen im öffentlichen Raum.
http://www.johanneshoffmann.at

Der Jour Fixe „SINOP!“ findet in Kooperation mit werkleitz statt.

Konzeption: Prof. Dr. Sara Burkhardt
Organisation: Dr. Jule Reuter


Eröffnung am Sonntag: VOT KEN YOU MACH?

Tehnica Schweiz - Gergely László & Péter Rákosi: The Idol of Denial (Arbeitstitel). 2013. Video

Tehnica Schweiz – Gergely László & Péter Rákosi: The Idol of Denial (Arbeitstitel). 2013. Video

Kunst, Filme, Konzerte, Lesungen, Gespräche, Comics zu jüdischen Identitäten in Europa heute

Yael Bartana (Amsterdam/Tel Aviv/Berlin), Amit Epstein (Berlin), Karolina Freino (Wrocław) mit James Muriuki (Nairobi), Eduard Freidmann (Wien), Rafał Jakubowicz (Poznan), Sharone Lifschitz (London), Tamara Moyzes (Prag), Ruth Novaczek (London), Krystyna Piotrowska (Warschau), Nikola Radić Lucati (Tel Aviv/Belgrad), Barak Reiser (Frankfurt a. M.), Eran Schaerf (Berlin), Anna Schapiro (Dresden), Maya Schweizer (Berlin/Rom), Tehnica Schweiz Gergely László & Péter Rákosi (Berlin/Budapest), Tal Sterngast (Berlin), Shira Wachsmann (Berlin), Arye Wachsmuth (Wien), Claire Waffel (Berlin) Kuratorisches Team: Christiane Mennicke-Schwarz (Dresden), Dorota Monkiewicz (Wrocław), Valentina Marcenaro (Dresden), Rafał Jakubowicz (Poznan)

Wer bin ich? Eine Frage, auf die jeder Mensch je nach Situation eine Vielzahl von Antworten hat. In den 1920er Jahren schrieb der Sänger Aaron Lebedeff ein Lied, dass die rasanten kulturellen Veränderungen beschrieb, die in New York resultierend aus einer Einwanderungswelle zu einer neuen Kultur und Sprache führten. In der Sprache dieses Songs findet sich das amerikanische Englisch der neuen Heimat mit Spuren des Jiddischen aus der alten Heimat wieder. Vot ken you mach? Was ist zu tun? besingt einen aus heutiger Sicht sehr zeitgemäßen Zustand, das Bewusstsein, dass Identität mit Veränderung einhergehen muss, um lebendig zu sein ist das Thema. In der Ausstellung Vot ken you mach, ausgerichtet vom Kunsthaus Dresden gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde einer Vielzahl weiterer Partner in der Stadt, zeigen junge wie auch namhafte Künstlerinnen und Künstlern aus London, Prag, Warschau, Wroclaw, Belgrad, Budapest und Berlin heutige Perspektiven auf die Frage nach Identität in Europa.

Identität als Prozess
Mit erstaunlichem Mut und Leichtigkeit gehen die Künstlerinnen dabei auch auf die Befangenheit und die Tabus ein, die auch in der dritten Generation nach der Schoa vorhanden sind. Dabei führt die Auseinandersetzung mit dem Schweigen, den fehlenden Orten wie auch den ‚missing links’ einer jüdisch-europäischen Geschichte zu einer Vielfalt an künstlerischen Formen. Richtungweisend ist hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte und Geschichten, also mit historischen wie auch persönlichen Narrativen. Amit Epsteins filmisch-musikalische Revue ‚Stockholm-Syndrom’ beschreibt eindringlich die europäische Identität, die er durch seine Großmutter vermittelt bekommt, seine Rückkehr nach Deutschland wie auch den Alltag, in dem er der unversehens der Geschichte begegnet. Auch die in London lebende Künstlerin Sharone Lifschitz veranschaulicht das dialogische Prinzip von Identität: Indem sie in deutschen Zeitungen eine Anzeige schaltet mit dem Wortlaut: “Young Jewish woman visiting Germany would like to have a conversation about nothing in particular with anyone reading this” (Junge jüdische Frau, die Deutschland besucht, hätte gern ein Gespräch über nichts Besonderes mit jemandem, der dies liest.) eröffnet Lifschitz einen künstlerischen Raum für den Austausch, der weniger auf Antworten als auf eine Fortsetzung im gesellschaftlichen Diskurs gerichtet ist.

Auf- und Entdecken von Geschichte/n
Die Frage nach jüdischer Geschichte und Gegenwart führt auch in die Kunstgeschichte als gemeinsames europäisches Erbe; Gergely László & Péter Rákosi aus Budapest und Berlin bringen eine Replik von Michelangelos Moses, für Freuds Thesen zur Religion eine wichtige Inspirationsquelle war und nun unter anderem in der ungarischen Provinz schlummert, im wahrsten Sinne des Wortes zum Sprechen. Auch Yael Bartana, die mit ihren Arbeiten in den letzten Jahren international mehrfach heftige Kontroversen ausgelöst hat, spielt in ihrer Arbeit im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr ebenfalls darauf an, dass Kunstgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung sich nicht abgeschlossene Kapitel verwandeln lassen. Die ‚Kriegskrüppel’ von Otto Dix, die im Zuge der in Dresden erstmals inszenierten Diffamierungskampagnen der kritischen Avantgarde als ‚Entarte Kunst’ verschollen sind, marschieren hier erneut, vielleicht um uns in Erinnerung zu rufen, dass mit den Geistern der Vergangenheit im positiven wie im negativen Sinne stets ein bewusster Umgang gepflegt werden muss. Vot ken you mach? Konzerte, Filme, Gespräche, Performances und weitere Ausstellungen bieten Einblicke zu Fragen von Kunst und (jüdischer) Identität: Strategien der Identitätsverschiebung in der Popkultur, neue Szenen jüdischer Kultur in Osteuropa, Familiengeheimnisse und das Schweigen zwischen den Generationen, Gedenken als Verpflichtung, die ungeschriebene Kulturgeschichte jüdischer Rache und die Suche nach einem ‚normalen’ jüdischen Alltag sind hier thematische Schwerpunkte.
(Text von der Website des Kunsthauses Dresden)

Eröffnung am Sonntag, 1. Dezember, 16 Uhr


Vot Ken You Mach? mobil – Tag 4

Heute letzter Tag des Blockseminars. Morgens um 10 ein Rückblick auf den gestrigen Nachmittag im Kunsthaus Dresden, Gespräch über Module, Symbole, Umgangsweisen. Intensive Arbeit an den Modulen für den Materialienkoffer. Testphasen. Austausch in Kleingruppen. Gespräche.
Nachmittags 11 Einzel-Präsentationen mit jeweils anschließenden Rückfragen. Abschluss des Seminars um 18 Uhr. Reichhaltiges Material ist entstanden, vielfältig+anregend!