Lange Nacht der Wissenschaften 2017: Dem Faden folgen

Zur diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, 23. Juni, spannt sich an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle von 17 bis 23 Uhr ein Faden vom Eingang des Campus Design quer durch die Werkstätten über die Hochschuldruckerei bis in die Textilmanufaktur. Unter dem Titel „Dem Faden folgen“ lädt ein umfangreiches Programm ein, diesem zu folgen und in ein von außen sonst kaum sichtbares Areal der BURG einzutauchen. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zeigen und erläutern Studierende, Lehrende und Werkstattmitarbeiter/-innen unter anderem, welches experimentelle Potenzial 3D-Druck hat, auf welche Weise Bücher gedruckt werden können, wie unterschiedliche Webstühle funktionieren und historische Wandbehänge mühselig rekonstruiert werden. Hin und wieder darf auch selbst Hand angelegt werden – beim Weben, beim Färben oder Drucken.

In Gesprächen mit den Besucherinnen und Besuchern erläutern Lehrende der BURG anhand von ausgewählten Objekten ihre Vorstellung von Forschung an einer Kunsthochschule – und dürfen dabei auch mal den Faden verlieren. Fragen sind zu jeder Zeit willkommen, Gespräche an allen Orten erwünscht. Eine Bar und jede Menge Sitzgelegenheiten sorgen für Entspannung und Abkühlung, bevor der Faden wieder aufgenommen wird.

Programm
17 bis 23 Uhr: scannen.lasern.3Ddrucken, Digitale Werkstatt / Zentrale Werkstätten
17 bis 21 Uhr: drucken.sehen.lernen, Hochschuldruckerei
19 bis 21 Uhr: sprechen.zuhören.nachdenken, Gesprächsrunden auf dem Platz zwischen Textilmanufaktur und Hochschuldruckerei
17 bis 23 Uhr: sitzen.trinken.reden, Bar vor der Textilmanufaktur
17 bis 23 Uhr: drucken.sehen.färben, Textildesign / Erdgeschoss der Textilmanufaktur
17 bis 23 Uhr: weben.sehen.erleben, Textile Künste und Textilrestaurierung / 1. Obergeschoss der Textilmanufaktur
17 bis 23 Uhr: sehen.zuhören.lernen. Textilrestaurierung / 2. Obergeschoss der Textilmanufaktur
17 bis 23 Uhr: experimentieren.färben.erleben, Textile Künste / Färberei im Erdgeschoss des Designhauses
17 bis 23 Uhr: experimentieren.schäumen.erleben, Industriedesign / Erdgeschoss des Designhauses


Freitag, 23. Juni 2017, 17 bis 23 Uhr
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Campus Design, Neuwerk 7, 06108 Halle (Saale)
wissenschaftsnacht-halle.de

Konzept und Organisation: Prof. Dr. Sara Burkhardt, Prof. Aart van Bezooijen und Elisabeth Schunck

#lndwhalle #demfadenfolgen #burghalle


Stellungnahme zum Entwurf

fachlehrplan

 

Der Entwurf des neuen Fachlehrplans Kunsterziehung für Sachsen-Anhalt wurde in einem Anhörungsverfahren öffentlich zur Diskussion gestellt. Die folgende Stellungnahme der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wurde zum 15.04. an das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt gesandt.


Stellungnahme zum Entwurf des neuen „Fachlehrplans Gymnasium Kunsterziehung“ für Sachsen-Anhalt

1. Bildung und Erziehung im Fach: Zur Bezeichnung des Faches

Im neuen Fachlehrplan wird das Schulfach mit „Kunsterziehung“ bezeichnet.
Im Grundsatztext (S. 2-10) ist jedoch meist von „Bildung“ die Rede. Es geht um eine „ästhetische Grundbildung“ (S. 2), die „Erschließung und Erarbeitung von Bildern“ (S. 2), die Entwicklung von „Bildkompetenz“ (S. 2), das „Entdecken, Hinterfragen und Positionieren“ (S. 2), „innovative(s) Denken und Handeln“ (S. 2), „wissenschaftliche Arbeitsmethoden“, usw. Die Eigentätigkeit des sich bildenden Lernenden sowie eine kognitive wie auch emanzipatorische Komponente ist hier angelegt, so dass es im Fach Kunst über „Erziehung“ hinaus gehen sollte, wenn auch „Erziehung“ sicherlich ein Teil des Kunstunterrichts sein mag.

Es handelt sich bei „Kunsterziehung“ zudem um einen historischen Begriff. Inzwischen wird die übergreifende wissenschaftliche Disziplin als „Kunstpädagogik“ bezeichnet, das Schulfach heißt in den meisten Bundesländern „Kunst“ oder „Bildende Kunst“. Es liegt daher nahe, das Schulfach auch in Sachsen-Anhalt mit „Kunst“ zu bezeichnen.

Seit dem 1.10.2015 studieren alle neu immatrikulierten Studierenden für das Lehramt Gymnasium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle „Kunst (Lehramt an Gymnasien)“ und nicht mehr „Kunsterziehung“. Der Studiengang „Kunsterziehung“ wurde umbenannt, um an der BURG mit einer klaren und überregional verständlichen Begrifflichkeit zu agieren. Das Schulfach heißt „Kunst“ und auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werden die Studiengänge des Lehramts in entsprechender Form benannt.

Der Landesverband Sachsen-Anhalt des BDK e.V. Fachverband für Kunstpädagogik hat sich bei seiner letzten Mitgliederversammlung im Februar 2016 ebenfalls einstimmig für eine Änderung der Bezeichnung des Faches ausgesprochen.


2. Entwicklung Fachbezogener Kompetenzen: Zum Bildbegriff und zum Kompetenzbegriff

Im Fachlehrplan wird von einem Bildbegriff ausgegangen, der recht eng gefasst erscheint.
Der Bildbegriff wird zwar wie folgt beschrieben: „Der Begriff Bild wird verstanden als umfassender Begriff für zwei- und dreidimensionale Objekte in Fläche und Raum, visuell geprägte Informationen sowie Prozesse visueller Erfahrungen.“ (S. 4). Diese in der Definition angelegte Offenheit wird in Folge (Jahrgangsstufen) jedoch nicht durchgehalten.
Bei prozessorientierten künstlerischen Arbeiten geht es nicht lediglich um Erfahrungen sondern auch um konkrete Handlungs- und Produktionsweisen. Zunehmend spielt Sound in künstlerischen Arbeiten eine Rolle und digitale Medien wirken mit traditionellen bildkünstlerischen Gattungen im Crossover. Gegenstand des Kunstunterrichts sollten somit auch zeitbasierte/audiovisuelle künstlerische Arbeiten sowie raumorientierte Darstellungen sein, die nicht unbedingt objekthaft sein müssen (z.B. Lichtinstallationen, Performances, mediale Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum mit Aufführungscharakter).

Im Fachlehrplan erfolgt eine Einteilung in Kompetenzbereiche (S. 4). Es wird im Text deutlich formuliert, dass die Kompetenzbereiche „Wahrnehmen und Empfinden“, „Entwickeln und Gestalten“ sowie „Reflektieren und Präsentieren“ miteinander verzahnt sein müssen. Die Grafik (S. 5) ist insofern irreführend, als dass sie suggeriert, dass die drei Kompetenzbereiche voneinander unabhängig wie Puzzlestücke zusammengesetzt werden. Dabei ist zumindest Reflexion etwas, was sich durch alle Bereiche ziehen sollte, denn ohne Reflexion sind weder Produktion noch Rezeption sinnvoll in Unterrichtsprozesse einzubetten. Erst durch die Reflexion werden Erfahrungen und Erlebnisse ein „zentrales emanzipatorisches Element in einer medial bestimmten Welt“ (S. 5) — dies geschieht nicht automatisch. Diese Vernetzung der Fähigkeiten und Fertigkeiten im Sinne einer umfassenden Persönlichkeitsbildung könnte besser verdeutlicht werden. Hier gehören auch Aspekte wie die Gestaltung von Lernumgebungen, die Dokumentation von Lernprozessen, wie auch deren Transparenz bzw. die Reflexion von Lernwegen und Lernzuwachs durch die Schülerinnen und Schüler.
Die Ausführungen zur Arbeit mit digitalen Technologien (S. 9) wirken sehr konkret – hier wären offenere Formulierungen möglich, um einem zu schnellen „überholt sein“ entgegen zu wirken. Zudem ist der Begriff „Medienkunst“ hier nicht stimmig, es gibt durchaus mediale Kunstformen, die auch ohne „digitale Endgeräte“ (S. 9) erfahrbar sind — auch haptische Erfahrungen sind in diesem Kontext möglich. Auch kann es in diesem Bereich nicht nur um die Werkzeuge und Formen der Präsentationen gehen, eine Reflexion von aktuellen Technologien und Medienkulturen ist unabdingbar.
Die Bildauswahl erfolgt meist durch den Lehrenden (S. 10), doch werden auch zunehmende die Bildwelten der Schülerinnen und Schüler in den Kunstunterricht integriert, als Teil ihrer Lebenswelt. Die „grundlegende künstlerische, kunstgeschichtliche und kunsttheoretische Relevanz“ reicht demnach als Kriterium bei der Bildauswahl nicht aus. Wer bestimmt diese? Wie ist die Relevanz nachweisbar? Und was ist mit Bildern der Alltagskultur, des Design, der aktuellen Medienkultur, der Jugendkultur? Fallen diese heraus?

3. Kompetenzentwicklung in den Schuljahrgängen: Zu Struktur und Inhalten

Die Übersicht über die Kompetenzentwicklung (S. 11) enthält eine Reihe so genannter „Kompetenzschwerpunkte“. Hier verschieben sich in der Ausarbeitung zum Teil Ebenen, manche Schwerpunkte erscheinen sehr konkret (z.B. „Objekt und Verpackung untersuchen und gestelten“, „Werbung und Meinungsbilder analysieren und entwickeln“), andere Schwerpunkte wirken ungenau voneinander abgegrenzt (z.B. „Raum und Zeit“: „Erlebnisräume“ – „Aktionsräume“ – „Szenenräume“).
„Kompetenzschwerpunkte“ erscheint hier und in Folge als ein irreführender Begriff. Zwar werden immer wieder Verben verwendet, die eine Kompetenzorientierung suggerieren, doch erfolgt eine thematische Limitierung, die dann unter dem Punkt „Wissensbestände“ neu aufgegriffen wird. Die Idee der Kompetenzorientierung ist doch, dass zu erwerbende Kompetenzen formuliert werden, die dann als Ausgangspunkt für die Auswahl geeigneter Inhalte funktionieren. Diese schließen eine Lebensweltorientierung und die Schaffung von möglichst authentischen Kontexten ein, die ein selbsttätiges und handelndes Lernen ermöglichen. Hierzu gehören auch Ortswechsel, experimentelle Settings wie z.B. Lernen durch Lehren, Erprobung von Differenzierungsmöglichkeiten oder die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in Unterrichtsplanung und Beurteilungsprozesse.

Die Tabellen zu den unterschiedlichen Jahrgängen (S. 12 -33) bergen meines Erachtens ein grundsätzliches Problem. Die Einteilung in „Kompetenzschwerpunkte“ und „Grundlegende Wissensbestände“ in der vorliegenden Tabellenform dürfte Leserinnen und Leser irritieren und das Verständnis erschweren. Natürlich bedarf es zur Entwicklung von Kompetenzen auch des Aufbaus von Wissen. Nur lässt sich beides nicht voneinander trennen, wie es die tabellarische Form suggeriert. Wenn Lernen als ein konstruktiver Prozess verstanden wird, dann haben wir nicht auf der einen Seite die zu erwerbenden Kompetenzen und auf der anderen Seite die Wissensbestände, die man braucht, um diese Kompetenzen zu bilden. So könnten die Tabellen aber gelesen werden. Es bräuchte also eigentlich einer Anleitung, wie eine Lehrerin oder ein Lehrer mit diesen Tabellen umgehen soll – um Missverständnisse zu vermeiden. Denn sonst könnte es dazu führen, dass der Leser oder die Leserin denkt, die Kompetenzen entwickeln sich automatisch, wenn die „Grundlegenden Wissensbestände“ vermittelt wurden. Hier müsste deutlich werden, dass die Vermittlung von Wissen mit der Anwendung von Wissen verbunden sein muss. Lehrende sollten sich fragen, mit welchen Inhalten, welchen Arbeitstechniken, Methoden, Aufgabenstellungen, Sozialformen etc die jeweils genannten Kompetenzen erlangt werden können. Zudem müsste den Lehrenden vermittelt werden, welche Bereiche verpflichtend sind (es ist ja kein „Rahmenplan“ sondern ein „Lehrplan“) und welche frei wählbar bzw. durch Kollegien und Individuen anpassbar sind.
Eine andere Einteilung und Bezeichnung würde hier schon helfen. Zu oft werden die Ebenen gewechselt, offene Anregungen wechseln mit engen Vorgaben ab (z.B. „Land Art“ als grundlegender Wissensbestand auf S. 13). Auch „Arbeitstechniken“ finden Eingang in Wissensbestände — dabei handelt es sich doch meist um konkrete Fertigkeiten oder Fähigkeiten (z.B. schreiben, zeichnen, entwerfen, …).  Mein Eindruck ist, dass der Begriff „Kunsttheorie“ in den Tabellen falsch verwendet wird. Er  bezeichnet im allgemeinen die Diskussion des zeitgenössischen Kunstbegriffs, in den
Tabellen ist aber m. E. etwas anderes gemeint (Fachbegriffe, fachspezifische Grundlagen, Gestaltungsmittel?).
Unter „Kunstgeschichte“ werden zudem Wissensbestände aufgeführt, die eher unter Architektur- oder Designgeschichte gefasst werden sollten (z.B. S. 15: „Form und Funktion
von Alltagsgegenständen und Verpackungen). Auffällig ist, dass mitunter Kompetenzen sehr konkret werden und schon Arbeitsweisen oder Anforderungen beinhalten (z.B. S. 18: „einfache und konstruierte Raumdarstellungen in Bildern erkennen und hinsichtlich der Raumillusion beschreiben“ oder „den eigenen künstlerischen Arbeitsprozess in Abhängigkeit von einer Aufgabenstellung dokumentieren und darstellen (z.B. Portfolio, Skizzenbuch)).
Häufig suggerieren aber auch die Kompetenzen eine Weite und Flexibilität, die dann anhand der „Grundlegenden Wissensbestände“ reduziert wird (z.B. S. 21: „Erlebnisraum“ klingt weit, wird dann aber auf „Geschichte des Profanbaus“ bzw. auf „autonome Plastik“ reduziert, obwohl gerade hier mediale Installationen/Räume anregend wirken könnten. „Zeit“ spielt bei den grundlegenden Wissensbeständen keine Rolle.). Auch verstecken sich häufig in den Kompetenzen und Wissensbeständen Themenbereiche, die in der Überschrift anders oder gar nicht genannt werden (S. 21: „Raum und Zeit—Erlebnisräume konzipieren und gestalten“ = Plastik und Architektur?; S. 22: „Individuum und Kultur — Bild im Aufbruch interpretieren und für eigene Ausdrucksformen experimentell nutzen“ = Klassische Moderne?; „Raum und Zeit — Aktionsräume erschließen und Aktionsformen umsetzen“ = Aktionskunst/Theater?; usw.).

Das dem Lehrplan offenbar zugrunde liegende Spiralcurriculum wird nicht deutlich. Einführungen und Vertiefungen müssten voneinander abgegrenzt werden, sonst entsteht der Eindruck, die Lernenden werden z.B. erst in der 10. Klasse mit „Bild und Zitat“ oder „Visualisierungsmethoden“ (S. 26) konfrontiert und aktuelle Kunst spiele erst in der Oberstufe eine Rolle. Auffällig ist auch eine starke Konzentration auf die Gestaltung auf der Fläche, Raum- und Prozessorientierung werden zwar genannt, aber nicht konkretisiert.
Auch forschendes Lernen, aktuelle Ansätze der Kunstvermittlung oder künstlerische Prozesse jenseits eines doch gerade in der Kursstruktur der Oberstufe eng erscheinenden Bildbegriffs finden keine Erwähnung. Gerade hier ist auffällig, dass es um sehr zielorientierte gestalterische Verfahren geht, Experimente und Erprobungen künstlerischer Herangehensweisen sind scheinbar nicht vorgesehen. Hier wird Potenzial für einen zeitgemäßen und zukunftsorientierten Unterricht vergeben, der auf der anderen Seite in der Lehrerbildung in Studium und zweiter Phase gefördert und gefordert wird.

Ich wäre erfreut, wenn die genannten Anmerkungen zur Kenntnis genommen würden und möglicherweise bei einer Überarbeitung Berücksichtigung fänden.

Mit freundlichen Grüßen
Sara Burkhardt

Prof. Dr. Sara Burkhardt
Didaktik der bildenden Kunst
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle


Let’s Hello! Entkommen, Ankommen, Willkommen gestalten.

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OPEN SPACE an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Sa. 16.4.2016, 10–17.30 Uhr und So. 17.4.2016, 10–14 Uhr

Künstler_ und Designer_innen sind in Sachen Politik selten die, die nach einem Beitrag gefragt werden … Meistens agieren sie daher auf eigene Initiative, mal leise, mal laut und oft wirkungsvoll. Die aktuelle Situation in der Welt und in Deutschland fordert Haltung, wie sie sich die BURG schon mit ‚Weltoffenheit‘ auf ihre Fahnen geschrieben hat. Weiter fordern diese Umstände auf, Gesellschaftsprozesse aktiv mitzugestalten, da wir mit den Menschen, die in unser Land kommen vor einer Integrationsaufgabe stehen.

Was können wir beisteuern? Wo können wir anpacken? Was können wir initiieren, gestalten, ins Leben rufen oder als Frage formulieren? Filmisch, poetisch, modellhaft, vermittelnd, bildnerisch, installativ, guerillastrategisch, performativ, viral, humoristisch, kulinarisch, spielerisch … zu arbeiten ist unsere Kompetenz.

Beim OPEN SPACE sollen interessierte und engagierte Menschen aus Halle, Geflüchtete, Künstler_ und Designer_innen zusammenkommen, um sich interdisziplinär auszutauschen. Von vorhandenen Projekten kann erzählt, Teams verstärkt und neue Ideen zum Thema (weiter)entwickelt werden.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.burg-halle.de/hochschule/information/aktuelles/a/lets-helloentkommen-ankommen-willkommen-gestalten/


Einladung zur Diskussion des neuen Fachlehrplans Gymnasium

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Der neue „Fachlehrplan Gymnasium / Kunsterziehung“ für Sachsen-Anhalt ist veröffentlicht und befindet sich im Diskussionsprozess. Ein Grundsatzband „Kompetenzentwicklung und Unterrichtsqualität“ gehört außerdem dazu, welcher beschreibt, was unter Kompetenzorientierung zu verstehen ist.
Grundsätzlicher Konsens der Jahresversammlung des BDK Sachsen-Anhalt war, dass der Begriff „Kunsterziehung” nicht mehr zeitgemäß ist. Der Landesverband plädiert daher für die Fachbezeichnung „Kunst” – an der Kunsthochschule wurde der Studiengang bereits umbenannt.

Am Donnerstag, dem 31. März, um 17 Uhr lädt der Landesverband Sachsen-Anhalt des BDK e.V. in Kooperation mit der Professur für Didaktik der bildenden Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zu einer offenen Diskussion des neuen Fachlehrplans ein:

Wie ist der neue Lehrplan in den Fachschaften angekommen? Was gefällt Ihnen? Fehlt etwas? Bleiben Begriffe unklar? Müssten Aspekte genauer formuliert sein?

Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten der Kunstdidaktik der BURG im 1. OG des Hermes-Gebäudes, Hermesstraße 5 in Halle (Saale) statt.
Alle interessierten Lehrer/-innen, Referendar/-innen und Student/-innen sind herzlich willkommen!

Hier der Link zum Fachlehrplan: http://www.bildung-lsa.de/pool/RRL_Lehrplaene/Fachlehrplan_Gymnasium/flp_kunst_gym_anh_220116.pdf
und zum Grundsatzband: http://www.bildung-lsa.de/pool/RRL_Lehrplaene/Erprobung/Gymnasium/GSB_Gym_LT.pdf


.move ON

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Werkleitz Festival 2015
9.—25. Oktober 2015

Die Werkleitz Gesellschaft e.V. präsentiert mit .move ON Medienkunst aus Europa, Kanada und Australien. Im Rahmen des Stipendiatenprogramms European Media Artists in Residence Exchange (EMARE) realisieren 16 Künstlerinnen, Künstler und Kollektive neue Projekte. Die meisten Arbeiten werden beim diesjährigen Werkleitz Festival erstmals zu sehen sein.

Für die Ausstellung werden die Räume eines historischen Druckereigebäudes im Hallenser Stadtzentrum neu erschlossen. Zum Auftakt des Festivals bietet die dreitägige, öffentliche Konferenz zur Gegenwart und Zukunft der audiovisuellen Medien eine Plattform für den intensiven Austausch zwischen Festivalpublikum, Künstlern, internationalen Gästen und Partnern.

Aus Anlass von BURG100 und des 25-jährigen Jubiläums der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) präsentiert Werkleitz unter dem Titel I know, you know außerdem ein gemeinsames Ausstellungsprojekt von Studierenden beider Hochschulen.

Als Gastgeber des Stipendiatenprogramms begrüßt Werkleitz im Mai den australischen Künstler Matthew Gingold, der sich in seinen audiovisuellen Installationen und Performances unter anderem mit der Interaktion von Mensch und Maschine beschäftigt. Verena Friedrich (DE), die sich in ihrer Arbeit an den Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft bewegt, ist derzeit zu Gast in Montréal. In ihrer dort entstehenden Installation The Long Now befasst sie sich mit Fragen der Vergänglichkeit. Christoph Wachter und Mathias Jud (DE/CH), international bekannt durch ihre partizipativen Community-Projekte, haben soeben ihren Aufenthalt in Brisbane mit der Ausstellung Landung in Australien abgeschlossen, in der sie sich mit Problematik der Bootsflüchtlinge vor der australischen Küste auseinandersetzen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation an den EU-Außengrenzen wird das Künstlerkollektiv dieses Projekt in den nächsten Monaten für .move ON weiterentwickeln.

:::::::: Festival und Konferenz bilden den Ausgangspunkt für mein kunstpädagogisches Seminar .move ON_in der Vermittlung – Digitale Medien und Kunstpädagogik im WiSe 2015/16 an der BURG ::::::::


10-15 Kunstpädagogische Begriffe: 13 KREATIVITÄT

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Donnerstag, 11. Juni 2015
18:15-19:45 Uhr
Villa Neuwerk, Raum 102
Neuwerk 7
06108 Halle

Am Donnerstag spricht Prof. Dr. Frank Schulz im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung über „Kreativität“. Studierende wie auch Lehrende und Gäste sind herzlich willkommen!

Kreativität ist zum Schlüsselbegriff voller Versprechungen geworden und hat sich zugleich erheblich abgenutzt. Im Vortrag wird davon ausgegangen, Kreativität konsequent auf Verlaufsqualitäten der geistigen Tätigkeit, auf die Bewältigung von Problemlösungsprozessen zu beziehen. Kreativität tritt immer konkret in Erscheinung und zeigt sich in jedem Begabungsgebiet auf ganz spezifische Art und Weise. Das soll am Beispiel der bildnerischen Begabung verdeutlicht werden. Kreativität heißt hier: Es handelt sich um hochkomplexe Dispositionen für das Vollbringen von Leistungen, die zum bildsprachlich gestalteten Ausdruck ganzheitlicher Beziehungen zur Wirklichkeit und entsprechenden Erfahrungen, Erlebnissen und Erkenntnissen führen.
Im Vortrag soll gezeigt werden, dass die Förderung in Übereinstimmung mit den Besonderheiten der bildnerischen Ontogenese erfolgen muss. Exemplarische Förderschwerpunkte bzw. -strategien in der bildnerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden aufgezeigt.


Symposium: Wundersame Erkenntnismodelle

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Wundersame Erkenntnismodelle
Die Wunderkammer als Leitbild für die Vision einer Kunsthochschule?

Eine Veranstaltung mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, konzipiert von Nike Bätzner mit Sara Burkhardt, Antje Dudek, Dietmar Kohler.
5. und 6. Juni 2015
Volkspark, Schleifweg 8a, 06108 Halle/Saale

Die Wunderkammer ist ein ganzheitliches Modell der Welterfassung. Sie vereint Naturalia und Artificialia, Exotica und Mirabilia, Scientifica sowie Realia, Materialien und Geschichten, gezielte Recherche und Finderglück. Sie ist aber nicht nur ein Ort der Versammlung von Dingen und ihrer Ordnung, sondern bietet auch der Forschung und dem Dialog über die Dingkonstellationen ein Feld. In ihr spiegeln sich die Analogiesetzung von Makro- und Mikrokosmos und ein globaler Blick, dessen Hintergrund Missionstätigkeit und Kolonialgeschichte bilden. Im Zuge von Aufklärung und Rationalismus wurden die Bestände der Wunderkammern kategorisiert und den Sammlungen der seit dem 18. Jahrhundert entstehenden Spezialmuseen zugeteilt. In den letzten Jahren nun wurde die Wunderkammer vereinzelt und auf unterschiedliche Weise als ein Muster für Ausstellungskonzepte aktualisiert. Könnten ihre Prinzipien nicht nur für Präsentationen von Dingen und Kunstwerken, sondern auch für Lehrkonzepte und Erkenntnismodelle reaktiviert werden?
Das Symposium fragt danach, welche realen und utopischen Modelle der Welterkenntnis im Allgemeinen und für eine Kunsthochschule im Besonderen heute produktiv zu machen wären. Könnte die Wunderkammer als Grundlage für den Entwurf einer Kunsthochschule gelten, deren experimentelle künstlerische Forschung auf Beobachtung, Materialrecherche, Form- und Projektentwicklung basiert, für eine Schule, die durch Neugierde, Zweifel, Versuch und Realisierungsprozesse bestimmt wird? Wäre sie als Denkfolie zu nutzen für eine Institution jenseits eurozentrischer Fokussierungen und Systematisierungen, die nach wie vor mit der Trennung der Disziplinen und der diese begleitenden Gewerke einher gehen? Inwiefern ließe sich die für die Wunderkammern kennzeichnende ars combinatoria heute weiter denken im Sinne einer transdisziplinären Vernetzung?

Das Symposium steht in Zusammenhang mit der Ausstellung Assoziationsraum Wunderkammer. Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zu Halle, einem Kooperationsprojekt zwischen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und den Franckeschen Stiftungen zu Halle. Diese wird anlässlich des 100. Jubiläums der BURG vom 24. April bis 16. August 2015 in der pietistischen Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen sowie der Ausstellungsetage im Historischen Waisenhaus am Franckeplatz 1 gezeigt.

100.burg-halle.de
www.francke-halle.de

Programm
5. Juni 2015
Franckeschen Stiftungen zu Halle, Historisches Waisenhaus, Franckeplatz 1

11:00  Rundgang durch die Ausstellung Assoziationsraum Wunderkammer  in den Franckeschen Stiftungen, Führung: Nike Bätzner, Kuratorin der Ausstellung

Vorträge und Diskussionen im Volkspark Halle, Schleifweg 8a

14:00  Nike Bätzner (Halle): Studiolo – Wunderkammer – Hochschule: Orte einer ars combinatoria?

14:30  Wolfgang Ullrich (Leipzig): Roland Barthes als Koralle – oder: Eine Kritik des Assoziierens

15:30  Donna Roberts (Helsinki): The Case of Jan Švankmajer: Imagining, Touching, and Collecting

16:15  Ingo Uhlig (Halle/Münster): Universalität – epistemisch/ästhetisch

17:15  Dietmar Rübel (Dresden): Hanne Darbovens Thesauros am Burgberg. Ein Schatzhaus materieller und immaterieller Zeugnisse

18:00  cominghomefunktion live aus Kasachstan

18:15  Abschlussdiskussion

6. Juni 2015
Führung, Vorträge und Diskussionen im Volkspark Halle, Schleifweg 8a

10:00  Rundgang durch die Ausstellung Professoren und Professorinnen der BURG aus Kunst und Design antizipieren, antworten, bauen… im Volkspark, Führung: Jule Reuter, Kuratorin der Ausstellung

11:15  Mario Urlaß (Heidelberg): Außergewöhnlich. Vom Staunen und Wundern in künstlerischen Bildungsprozessen

12:00  Sara Burkhardt (Halle): Die Kammer öffnen. Verschiebungen, Verflechtungen und Formate der Vermittlung

14:00  Ulrike Grossarth (Dresden): Eine Akademie in Lublin

14:45  Benjamin Meyer-Krahmer (Leipzig): „Konstellationen von Artefakten“ – Der Essay als Erkenntnismodell zwischen Kunst und Wissenschaft

16:15  Dietmar Kohler (Halle): Fragen statt Antworten. Kunstgeschichtliche Lehre als Realienunterricht

16:45  Sebastian Löwe (Berlin): Das Unbehagen der Welterklärung. Möglichkeiten und Grenzen von herrschaftskritischem Wissen im Rahmen des transdisziplinären Kunstprojekts ufo-Universität

17:15  Abschlussdiskussion