„Sleepwalk“ und „Kunsterfahrung mit den Ohren“

Am 7. und 9. Januar gibt es die Möglichkeit, Vermittlungsprojekte von Studierenden der kunstpädagogischen Studiengänge der BURG in der Ausstellung „Sweet Dreams“ der Klasse Raetsch in der Burg Galerie zu erproben.

Dienstag, 7. Januar 2020
19-21 Uhr

„Sleepwalk“

Am Dienstag, dem 7. Januar, haben Sie abends die Möglichkeit, die Ausstellung „Sweet Dreams“ der Klasse Raetsch in Form eines „Sleepwalks“ zu erkunden.
Wandeln Sie mit uns durch die Räume: liegend, stehend, sitzend — gewohnte Blicke verlassend.
Ab 19 Uhr erwarten wir Sie mit Tee und einer Decke Gemütlichkeit im Foyer des Volksparks. Die Ausstellung ist für den „Sleepwalk“ bis 21 Uhr geöffnet.
Wir freuen uns auf einen traumhaften Abend!

Anne-Christin Bielig
Lydia Bogdan
Linn Pulsack

Der „Sleepwalk“ kann innerhalb der angegebenen Zeit jederzeit begonnen werden. Die Teilnahme am „Sleepwalk“ ist kostenfrei.

Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a

Donnerstag, 9. Januar 2020
12-19 Uhr

„Kunsterfahrung mit den Ohren“

Begeben Sie sich in die Ausstellung „Sweet Dreams“ der Klasse Raetsch und erfahren Sie den Raum nicht nur visuell. Um die Umgebung und die künstlerischen Arbeiten neu wahrzunehmen wird das klassische Format Audioguide umfunktioniert und das Hören zum Ausgangspunkt für eine etwas andere Kunsterfahrung.
Lassen Sie sich auf eine nicht erklärende Audiotour durch die Ausstellung ein und machen Sie neue Entdeckungen!

Die Teilnahme an der Audiotour ist kostenfrei. Die Audiotour kann innerhalb der angegebenen Zeit jederzeit begonnen werden, freie Audiogeräte vorausgesetzt.

Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a

Die Veranstaltungen sind Erprobungen im Rahmen des kunstpädagogischen Seminars „Ästhetische Erfahrung“ von Prof. Dr. Sara Burkhardt.


Wilde Töne, neue Landschaften, Weinen und animierter Schnee. CYNETART_13 Tag 4

Wieder CYNETART. Viel Zeit wird benötigt für diese Ausstellung, sich einlassen können. Auch wenn mitunter laute und wilde Geräusche entstehen, zum Beispiel beim Entlangfahren der Finger an den Rändern eines auf den Kopf gestellten Deltas, wie es die Arbeit ANÁDELTA der XEX GRP erlaubt. Hier befinden sich Sensoren, die auf die Berührung der Finger reagieren. Die Größe des Deltas zwingt den Betrachtenden, sich zu bewegen und seinen Körper in ein Verhältnis zum Objekt zu bringen.
Ein anderer Raum. Langsam entstehen auf einer großen Doppelprojektion über Eck neue Landschaften. „No Land in Sight“ ist der Titel. Wolken werden ausgeschnitten, neu platziert, ein Berg kleiner geschnitten, der Horizont verrückt. „Das ist doch nur Photoshop, das ist doch einfach“ sagt ein Besucher. Aber es sind Videosequenzen, die hier durch die Veränderung vorgefundenen Materials von Nicolás Ruppcich und Frank Leffrak entstehen, fiktive Landschaften unter hellblauem Himmel.
Im Eingangsbereich steht eine Wand aus vielen Monitoren. Porträts unterschiedlicher Menschen sind zu sehen. Die Menschen weinen oder sind kurz davor. Der Titel ist kompliziert: „@BASJANADER #I’MTSTTY“ von Sven Bergelt. Die App hilft, mir wird erklärt, dass es sich um ein Reenactment des Films „I’m too sad to tell you“ (1971) von Bas Jan Ader handelt. Darin bricht der Künstler vor einer Kamera sitzend in Tränen aus, als Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation – oder zum Aufzeigen der Grenzen sprachlichen Ausdrucks. Begelt hat 2007 ein Reenactment des Films produziert und auf YouTube hochgeladen. Die Filmsequenzen auf den Monitoren zeigen die Reaktionen von Nutzerinnen und Nutzern, die hier wiederum das Video von Begelt reenacten.
In einem weiteren Raum steht ein kleiner Monitor auf dem Fußboden an der Wand, fast unbeachtet im Durchgang. Gegenüber ein Kissen, auf das man sich setzen könnte. Ist dies „SNOW“ von KONG Chun-Hei? Ich bleibe stehen. Ein älterer Herr kommt vorbei und sagt „Da ist ja nichts zu sehen.“ Ich erwidere „Doch.“. Er sagt „Na ja, Bildstörung.“ Ich setze mich hin und betrachte das Rauschen auf dem Monitor noch eine ganze Weile.

Später finde ich dies im Netz:

Snow

One day, I sat in front of the television and waited for the coming programe, but suddenly, the television lost the signal and „snow“ overwhelm for a while. Without other programs, the television is working in it’s specific way. It seems being liberated owing to the disorder.
I drew 20 pieces of „snow“ and used them to make an animation which is shown on a television. So that, „snow“ could be isolated from the other channels and be treated as the only speech of the television.

http://www.kongchunhei.com/snow.html