5 ZEITGENOSSENSCHAFT

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5 ZEITGENOSSENSCHAFT
Prof. Dr. Torsten Meyer (Köln)

1-9 Kunstpädagogische Begriffe
Öffentliche Ringvorlesung – Studierende, Lehrende und Gäste sind herzlich willkommen!

Do, 4. Dezember 2014
18:15-19:45 Uhr

Villa Neuwerk, Raum 102
Neuwerk 7
06108 Halle

Zeit-Genossen erleben die Welt gleichzeitig, sie befinden sich in einer raum-zeitlich gemeinsamen Welt, deren Größe – sowohl räumlich wie zeitlich – von der Beschaffenheit der jeweils geschäftsführenden Kommunikations- und Informationsmittel abhängig ist. Sie sozialisieren sich gegenseitig und bilden miteinander und füreinander Umwelt und System. Innerhalb solcher Zeit-Genossenschaften entstehen neue Ideen, neues Wissen, neue Kunst und andere Artefakte menschlicher Einbildungskraft.
Zurzeit wächst auf der Plattform aktueller Medientechnologie ein weltweiter Raum des Austauschs als Medium einer globalen Zeitgenossenschaft. Die von allen geteilte Welt produziert ein großes und wirkmächtiges Jetzt. Hier entsteht die nächste Kunst.
Im Vortrag werden Verknüpfungen von mediologischen, kunst-, medien-, kommunikations- und kulturwissenschaftlichen Ansätzen mit pädagogischen Fragestellungen hergestellt und Konsequenzen für eine Next Art Education aufgezeigt.

 Torsten Meyer
*1965, Dr. phil., Professor für Kunst und ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur an der Universität zu Köln. Studium der Erziehungswissenschaft, Soziologie, Philosophie und Kunst in Hamburg und Lüneburg. Arbeitsschwerpunkte: Next Art Education, Globalisierung & Digitalisation, Schul- und Hochschulentwicklung im Horizont grundsätzlich veränderter Medienkultur. medialogy.de.


1-9 Kunstpädagogische Begriffe: 4 Subjekt


Öffentliche Ringvorlesung
Villa Neuwerk, Raum 102
Neuwerk 7
06108 Halle
Do 27.11.2014
18:15-19:45 Uhr

Der Vortrag skizziert jüngere Identitätskonzepte und stellt Fragen zur Relation von Subjekt, Identität und Kunst. Diese Relation als kunstpädagogisches Konstrukt ist selbst diskursiver Gegenstand einer problematischen Beziehung zwischen Pädagogik und Kunst. Im knappen Rekurs zu Friedrich Schiller und John Dewey  wird die tätige Erfahrung aus dem spielerischen Erproben zugunsten der Chance aufgerufen, dem Ich im Blick auf das Selbst wie über einen Per­spektivwechsel neue Sichtweisen und daraus Erkenntnis zu ermöglichen.
Übergreifend gilt die Frage einer Ästhetischen Bildung in einer Welt der vielen digitalen Bilder vom Fremden wie vom (fremden) Ich, die über die großen Bildvermengungsmaschinen ineinander übergehen. Pädagogisch heißt dies auch Individualität als eine Spiegelung des Ichs im Gegenüber zur Kunst, heißt dies Verlangsamung und Pause, heißt dies Auseinandersetzung mit fremden, widerständigen Materialien, heißt dies Umwege und Aushalten von Unsicherheiten zugunsten eines Subjektes, das sich mit dem Bild bildet.

Johannes Kirschenmann, Dr. phil., studierte Kunstpädagogik und Politikwissenschaften an der Universität Tübingen und der Kunsthochschule Kassel. Während seiner 20-jährigen Tätigkeit als Lehrer am Gymnasium war er in der Lehrerfortbildung und Curriculumentwicklung tätig. Seit 2001 hat er den Lehrstuhl für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München. Von 1990 bis heute ist er Mitherausgeber der Fachzeitschrift KUNST+UNTERRICHT, er ist Herausgeber der Reihen KONTEXT KUNSTPÄDAGOGIK  und KREAplus im kopaed Verlag München.


Forschungstag 2015

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Kunstpädagogische Forschungsfelder zwischen Theorie und Praxis
Forschungstag für Nachwuchswissenschaftler_innen
12.-13. Februar 2015
Universität Mozarteum Salzburg

Kunstpädagogik hat viele Bezugskontexte, wie die Zusammensetzung aus Kunst und Pädagogik es bereits nahe legt. Diese Kontexte haben sowohl mit pädagogischer Praxis in Bildungsinstitutionen oder vermittelnder Praxis in Kunstinstitutionen zu tun, wie auch mit Theoriebildungen und einem sich ständig wandelnden wissenschaftlichen Selbstverständnis. So gibt es zunehmend Forschungen im Design der empirischen Sozialwissenschaften, wobei zumeist qualitative Forschungen, aber auch quantitative oder diskursanalytische Studien durchgeführt werden. Und es gibt die Erwartung des Praxisfeldes, dass kunstpädagogische Forschung Aussagen zur Praxis machen sollte – sowie die Erwartungen der Politik bezüglich numerischer Fakten.
Wissenschaftliche Empirie bedeutet aber noch mehr: Kunstpädagogische Forschungen orientieren sich an philosophischen und kulturwissenschaftlichen Begriffen, die für eine kunstpädagogische Theoriebildung angewandt werden und zu neuen Modellbildungen führen. Oder spezifische Herangehensweisen der Bildenden Kunst, der Medienkunst oder der Alltagskultur führen zu innovativen Praxisentwürfen, deren Wirkungsweisen und Bedingungsgefüge wissenschaftlich dargestellt werden.
Mit der Thematisierung des Spannungsfeldes zwischen Theorie und Praxis werden die teilnehmenden Forschenden dazu aufgefordert, die eigene Fragestellung in diesem Feld zu verorten. Damit soll sich ein Raum der Positionen und der unterschiedlichen wissenschaftlichen Herangehensweisen abzeichnen. Gleichzeitig können sich Möglichkeiten des Transfers zeigen.

Der gemeinsame Forschungstag des BDK, des BÖKWE und des lbg findet als Auftakt zum Kongress „Blinde Flecken“ 2015 in Salzburg statt. Zentrales Anliegen der Veranstaltung ist die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler_innen und Kunstpädagog_innen, die ein wissenschaftliches Interesse am Fach verfolgen und aktuell im Kontext der Kunstpädagogik forschen oder die Absicht haben, eine Forschung zu beginnen. Ziel des Forschungstages ist es, Nachwuchswissenschaftler_innen ein Forum zu bieten. So wird es am ersten Tag Möglichkeiten des Austausches und der gemeinsamen Arbeit am Material geben, des Kennenlernens von Methoden und Arbeitsweisen. Am zweiten Tag stellen Nachwuchswissenschaftler_innen ihre vor kurzem abgeschlossenen kunstpädagogischen Forschungsprojekte vor und zur Diskussion.

Konzeption und Organisation
Prof. Dr. Sara Burkhardt (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle / Hochschulreferentin des BDK), Prof. Dr. Christine Heil (Universität Duisburg-Essen)


Programm

// Do, 12.02.2015

ab 12:00 Ankommen // Anmeldung
13:00 Begrüßung // Kennenlernen
13:30-15:30 Workshops 1-6
15:30-16:00 Kaffeepause
16:00-18:00 Workshops 1-6
ab 18:00 Poster-Rundgang bei Brot+Getränken / get together

// Fr, 13.02.2015

09:00 Begrüßung
09:15-09:45 Dr. Sidonie Engels: Kunstbetrachtung in der Schule. Theoriebildung zwischen 1953 und 1979 im ‚Handbuch der Kunst- und Werkerziehung’ – ein Grundstein der Kunstpädagogik.
09:45-10:15 Marc Fritzsche: Interfaces. Eine Medientheorie und ihre Anwendung in der Kunstpädagogik.
10:15-10:45 Kaffeepause
10:45-11:15 Katharina Schneider: Ästhetische Erfahrung in Spielpraktiken 2- bis 6-jähriger Kinder. Eine ethnografische Studie im Elementarbereich.
11:15-11:45 Dr. Anne Zimmermann: Fake. Kunst. Bildung. Die künstlerische Strategie Fake aus kunstpädagogischer Perspektive.
Abschlussdiskussion
Ende 12.15 Uhr


Workshops
Eine Übersicht über die Workshops incl. Beschreibungen finden Sie HIER

1  Bild-Nachbarschaften in qualitativ empirischen Fallanalysen: Fotografien in Reihen, Clustern und visuellen Kontexten rekonstruieren.
Sabine Sutter (Universität Duisburg-Essen), Dr. Jörg Grütjen (UNESCO-Schule in Kamp-Lintfort)

2  Diskursanalyse
Esther Richthammer (Otto-Schott-Gymnasium Mainz)

3  Ethnografische Forschung und Grounded Theory.
Exemplarisch im Feld der frühkindlichen ästhetischen Bildung
Katharina Schneider (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg)  

4  Experimente mit künstlerischen Verfahren in teambasierten Forschungsprozessen
Anne Gruber, Anna Schürch und Sascha Willenbacher (Teambasiertes Forschungsprojekt “Kalkül und Kontingenz” am IAE an der ZHDK Zürich)

5  forschung macht unterschiede
un/doing differences in kunstpädagogischen Forschungsprozessen
Marion Thuswald (akademie der bildenden künste wien)

6  Visuelle Netzwerkforschung
Visuelle Erhebung von sozialen Netzwerken mit Hilfe der Software VennMaker
Dr. Markus Gamper (Universität zu Köln)


Anmeldung
Mit diesem FORMULAR können Sie sich für den Forschungstag anmelden.

Call for Posters
Der Forschungstag bietet neben Workshops und Vorträgen auch die Möglichkeit, noch nicht abgeschlossene Forschungsarbeiten und Entwicklungsvorhaben in Form von Postern vorzustellen. Ziel ist es, mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen. Angenommen werden nur solche Arbeiten, die noch nicht publiziert oder in anderer Form veröffentlicht sind. Der Call for Posters richtet sich in erster Linie an Doktorandinnen und Doktoranden. Hier finden Sie den CALL FOR POSTERS als pdf.

Werbung machen:
HIER Download des Plakats (A3)

Austausch und Diskussion:
http://bdk-forschungstag.mixxt.de

Aktuelles auf der Seite von BuKo15 und unter http://www.facebook.com/BDKForschungstag

Kontakt: forschungstag(at)bdk-online.info


3 GANZHEITLICHKEIT

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Donnerstag 13.11.2014
18:15-19:45 Uhr
Öffentliche Ringvorlesung
Villa Neuwerk, Raum 102
Neuwerk 7
06108 Halle

Der Begriff Ganzheitlichkeit entspricht einem der meist gebrauchten Topoi im gesamten Bildungssystem. Er wird inflationär in bildungswissenschaftlichen, fachspezifischen und schulischen Kontexten verwendet, kommt dabei aber über einen Phantomstatus nicht hinaus. Auf der Grundlage der Integralen Theorie, die der amerikanische Psychologe und Evolutionstheoretiker Ken Wilber seit Ende der 1990er-Jahre entwickelt, wird der Bezugsrahmen einer zeitgemäßen Vorstellung für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung abgesteckt. Auf dieser metatheoretischen Grundlage lassen sich Perspektiven für eine ganzheitliche Bildungskonzeption im Fach Kunst darstellen. Diese umfasst die Definition fachspezifischer Kompetenzen, die Ausarbeitung eines pluralistischen Methodenkonzepts, eine integrale Unterrichtsplanung und eine ganzheitliche Lernstands- und Förderdiagnostik. Für alle Lehrenden, aber auch für Nicht-Kunstpädagogen bietet die Integrale Theorie methodisch-praktische Impulse zur Selbstreflexion und Anstöße zur Selbstentwicklung.

Dr. Joachim Penzel entwickelt seit einigen Jahren die Grundlagen einer Integralen Kunstpädagogik und Integralen Kunsttheorie. Er ist Kunstpädagoge, Kunstwissenschaftler und Ausstellungskurator; derzeit tätig als Bereichsleiter für das Fach Gestalten an Grund- und Förderschulen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.