Kunstpädagogisches Kolloquium in Loccum 2011


Kunst – Sprache – Vermittlung

Beschreibungen von kunstpädagogischen Prozessen
2.-4. September 2011
Leitung: Kerstin Asmussen, Katja Helpensteller, Gila Kolb und Evelyn May
Das achte kunstpädagogische Forschungskolloquium in Loccum steht unter dem besonderen Fokus der Sprache. Diese ist für die kunstpädagogische Forschung in doppeltem Sinne bedeutsam: Zum einen in der Begegnung mit Kunst und ästhetischen Prozessen in Situationen der Kunstvermittlung, zum anderen in der Forschung darüber und der damit verbundenen Aufgabe der Dokumentation, Auswertung und Präsentation der Ergebnisse.
Als zentrales Instrument der Verständigung dient Sprache im Kunstunterricht und in der Kunstvermittlung etwa der Reflexion von eigenen ästhetischen Arbeiten, dem Feedback seitens der Lehrenden und Lernenden und der Rezeption von Kunstwerken, indem individuelle Perspektiven und Sichtweisen verbalisiert werden. Doch lassen sich ästhetische Erfahrungen und subjektive Wahrnehmungen in ihrer Gänze verbal erfassen? Gottfried Boehm etwa lehnt eine Übersetzbarkeit von Bildern in verbale Sprache ab; Ursula Brandstätter betont die Unübersetzbarkeit der ästhetischen Erfahrung in Begriffe (vgl. Lange 2010). Doch im Forschungskontext ist Sprache ein primäres Medium, um ästhetische Prozesse zu beschreiben: Schülerinnen und Schüler oder andere Personen im Forschungsfeld reflektieren ihr Tun, die Forschende wiederum beobachten, stellen Fragen, analysieren und interpretieren. Dabei bewegen sich Forschende im weiten Feld einerseits mit der eigenen Argumentation zu überzeugen zu müssen und andererseits für die Lesenden ansprechend zu erzählen (vgl. Reichertz, Soeffner 1994, S. 310).
Im Rahmen des diesjährigen Kolloquiums soll beleuchtet werden, ob und inwiefern gerade in der kunstpädagogischen Forschung ein besonderes Potential für mehrdimensionale Übersetzungsstrategien aus der Kunst heraus besteht oder bereits praktiziert wird. Welche Strategien verfolgt der wissenschaftliche Nachwuchs, um kunstpädagogische Prozesse zu beschreiben? Ziel ist es ein Nachdenken über das Verhältnis von Sprache, Kunst, Kunstvermittlung und kunstpädagogischer Forschungspraxis anzuregen. Dr. des. Rahel Ziethen (Universität Hildesheim) wird das Kolloquium dazu mit einem impulsgebenden Beitrag bereichern.Das kunstpädagogische Forschungskolloquium bildet eine institutionsübergreifende und betreuungsunabhängige Diskussionsplattform, die sich besonders an den wissenschaftlichen Nachwuchs wendet. Die Veranstaltung versteht sich als ein offenes Forum zum konstruktiven Meinungsaustausch. Die Teilnehmenden erhalten einerseits die Gelegenheit Fragen, Methoden, Erkenntnisse oder Problemfelder aus dem eigenen Forschungsprozess vorzutragen. Andererseits ermöglicht das Kolloquium ein Mitdenken an aktuellen Forschungsthemen und die Teilhabe an einer Forschungsgemeinschaft. In diesem Sinne sind auch Einreichungen außerhalb des benannten Themenfeldes willkommen.
Bitte senden Sie Vorschläge für Beiträge in Form eines ein- bis zweiseitigen Exposés bis zum 15. Juni 2011 an: gilakolb(at)gmx.de. Zusagen erfolgen bis Ende Juli. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 15 beschränkt.

Literaturangaben:
Isa Lange: “ »Spontan – was ist Euch aufgefallen?« Zur Notwendigkeit sprachlichen Handelns im Kunstunterricht. Eine qualitativ-empirische Untersuchung von Unterrichtsgesprächen in Rezeptionsprozessen.“ In: Friedrich Stiftung an der Akademie der Bildenden Künste München: „Fachdidaktisches Forschungssymposium: Reden über Kunst. Musik, Kunst, Literatur. Abstracts der Vorträge.“, Offenbach/ Main 2010, o.S.

Rahel Ziethen: Das Verhältnis von Metatexten zur Kunst und der Freiraum der Interpretation. In: Dagmar Bosse, Michael Glasmeier, Agnes Prus (Hrsg.): Der Ausstellungskatalog. Beiträge zur Geschichte und Theorie. Köln 2004, S. 72-84


Jo Reichertz, Hans-Georg Soeffner: Von Texten und Überzeugungen. In: Norbert Schröer (Hrsg.): Interpretative Sozialforschung. Auf dem Wege zu einer hermeneutischen Wissenssoziologie. Opladen 1994, S. 310-327
 



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