FLURGESPRÄCHE_4

2. November, 18.30 Uhr im Flur der August-Bebel-Straße 20

Processing2010.
Zwischen Cultural Hacking und Generation C

Die kiss-Stipendiaten Robert Hausmann und Matthias Laabs stellen ihr Unterrichtsprojekt zum Thema »Kunst und aktuelle Medienkultur« vor. Präsentation und Diskussionsforum

Moderation: Julia Wahle

Processing ist ein Begriff aus der Informatik, der die Verarbeitung von Daten bezeichnet. Genau das passierte in diesem Projekt. Schüler aus drei Dresdner Gymnasien surften in und eben auch auf den Datenwellen virtueller und physischer Räume, in der Stadt, im Netz, oben, unten und dazwischen.
In der Woche vom 23. 8. – 27. 8. 2010 arbeiteten sie in schulübergreifenden Teams intensiv an eigenen thematischen Feldern. Sie untersuchten Systemcodes, drangen in sie ein und strukturierten gezielt um.

Ein Cultural Hacker ist eine dem Computer Hacker verwandte Figur, die Verfremdungen und Umdefinitionen kultureller Codes vornimmt und darüber hinaus neue Lesarten produziert. Cultural Hacking entspricht somit einer innovativen und interaktiven Aneignung von Kultur. »Ein ›Hack‹ fügt Entferntes zusammen und macht es mit einem Mal logisch. Neue Ähnlichkeitssysteme entstehen.« (Düllo/Liebl: Cultural Hacking. 2005, S. 13) Hacken ist eine Handlungsform, bei der die Grenzen zwischen Ernst und Spiel verschwimmen. Dabei schleust sich ein Hacker in Systeme ein, erkundet und decodiert sie, mit dem Ziel einer innovativen Recodierung, der Schaffung von Anomalien. Präzise Interventionen, bewusste Desorientierungen bzw. neue Orientierungen, Verschiebungen oder Überlagerungen werden in das System eingeführt. Von daher sind Hacker immer auch Avantgardisten, die aktuelle ›Generation C‹, eine digitale Generation, die im neuen Medium aufwächst und sich daher ständig selbst upgradet und mixt.

Mehr unter www.processing2010.wordpress.com
Und auch: http://flurgespraeche.wordpress.com/

Flyer: Christin Wenk


Christoph Wachter & Mathias Jud – FEINDBILD 2.0

Ausstellung, Community- und Diskussionsplattform zu Bild- und Bedeutungsproduktionen im digitalen Zeitalter
9. Oktober 2010 bis 19. Dezember 2010
Kunsthaus Dresden
„Von Killergame und Karikaturenstreit bis zu Raubkopie und Radikaldemokratie zeichnen sich im digitalen Raum neue Fronten ab. Versuche, den Informationsfluss im Internet zu kontrollieren, verschärfen den Streit, erscheinen sie doch als Angriffe auf das Ideal der freien Kommunikationsgesellschaft.
Die offene, partizipative Ausstellung FEINDBILD 2.0 der Künstler Christoph Wachter & Mathias Jud zeichnet die Konturen des digitalen Bilderstreites nach und stellt Verbindungen zu historischen Konflikten um Freiheitsrechte, Tabus und Indizierungen her. Der Kunstraum wird durch Wachter & Jud zur Versuchsanordnung, um explizite Darstellungen von Gewalt und Körpern sowie von politischen und religiösen Zeichen verhandeln zu können. Netzcommunities und Ausstellungsbesucher/innen sind eingeladen, in die Installationen einzugreifen und mitzuwirken, die streitbaren Bilder in kunsthistorischer wie ethischer und ästhetischer Hinsicht neu zu ergründen.

FEINDBILD 2.0 ist ein Community-Projekt, ein gemeinsames Anpacken einer Archäologie und Genealogie von Bedeutungsmacht im digitalen Zeitalter.“
(Text von der Website des Kunsthauses)


Ausstellung an der TU Dresden


BuKo12_Part01

Mehr unter http://www.buko12.de/
und http://www.buko12.de/part01-wie-viel-kunst-braucht-die-kunstpadagogik/